Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 63

Kongregation verleihen zu wollen. Katharine Kaspar hatte währenddem mit Hilfemilder Gaben ein kleines Häuschen gebaut und war im October 1848 in dasselbe ein-gezogen, 1851 hatten sich ihr zusammen 4 Jungfrauen zugesellt. Am Tage MariaHimmelfahrt gab ihnen der Bischof ein geistliches Kleid und Hess sie zur Ablegunggeistlicher Gelübde zu. Seitdem sind sie eine kirchliche Genossenschaft mit demNamen:Arme Dienstmägde Jesu Christi". Am 30. Juni 1852 gab ihnen der Bischofeine neue Kegel, die namentlich die Thätigkeit in der auswärtigen Krankenpflegenäher bestimmte. Jungfrauen strömten nun von allen Seiten hinzu, so dass jedesJahr ein Anbau an das Mutterhaus in Dernbach nöthig wurde, dazu machte sich dieBildung von Zweigniederlassungen erforderlich. Am 20. August 1862, zwölf Jahrenach der Gründung des Ordens, konnte schon an die Begründung eines Provinzial-mutterhauses in Köln mit Genehmigung des dortigen Erzbischofs, Kardinal von Geisel,"enangen werden. Der Orden steht jetzt unter dem Diözesanbischof des Mutterhausesin Dernbach, der auch als päpstlicher Beauftragter die Wahl der Generaloberin zuleiten und dem Generalkapitel zu präsidiren hat. Die Generaloberin und die 6 Assisten-tinnen werden auf 6 Jahre gewählt. Das Generalkapitel versammelt sich alle 3 Jahre.Ausser der Krankenpflege betreiben diearmen Dienstmägde Christi" die Kleinkinder-bewahrung und Siechenverpflegung, die Waisenpflege, Handarbeits- und Haus-haltungsunterricht, Rettungshausversorgung und die Leitung des Haushaltes in Kon-vikten für Knaben und Mädchen.

Im Jahre 1885 waren 105 Niederlassungen mit 644 Schwestern vorhanden, am1. Januar 1897 dagegen 141 Niederlassungen mit 1219 Schwestern. Die Zahl derMitglieder hat sich demnach in 11 Jahren verdoppelt.

y) Sonstige katholische Schwesterngenossenschaften Deutschlands,resp. Preussens, die sich ganz oder theilweise der Krankenpflege

widmen.

O )

1. Die barmherzigen Schwestern von der göttlichen Vorsehungderen Mutterhaus, früher in Finthen. sich jetzt in Mainz befindet. Sie betreiben nebender Krankenpflege die Kleinkinderbewahrung, die Rettung und den Schutz verwahr-loster Kinder und den Handarbeitsunterricht. 5 Niederlassungen mit 22 Mitgliedern. 1 )

2. Die barmherzigen Schwestern vom III. Orden des heiligen Franzmit dem Mutterhaus Gengenbach in Baden, sie betreiben neben der Krankenpflege auchKleinkinderbewahrung. 1 Niederlassung, 2 Mitglieder.

3. Die barmherzigen Schwestern vom Orden der heiligen Elisabeth.Mutterhaus Essen. Neben Krankenpflege auch Handarbeits- und Haushaltungsunterricht,Kleinkinderbewahrung, Erziehung und Pflege von Waisenkindern und katholischenIdioten. 15 Niederlassungen und 147 Mitglieder.

4. Nur vorübergehend sind in Deutschland thätig die Calvarien-Damen,eine von einer jungen Kaufmannswittwe Jeanne Francoise Garnier in Lyon 1843 ge-gründete Genossenschaft von Wittwen zur Pflege Kranker, namentlich unheilbarerKranker. Sie bestehen theils in Dames aggregees, die die Kranken in Hospital- oder(lemeindepflege versorgen und Dames zelatrices, die die nöthigen Mittel sammeln.

5. Cellitinnen zur heiligen Maria in der Kupfergasse. Mutterhaus inKöln, Schwalbengasse 3. Wahrscheinlich aus einer Beginenschwesternschaft ent-standen, versorgen neben der Krankenpflege auch die Kleinkinderbewahrung, dieOeconomie im erzbischöflichen Konvikt, den Handarbeits- und Haushaltungsunterricht,

x ) Die Zahlen der Niederlassungen und Mitglieder beziehen sich im Folgendenauf den Bereich des Königreichs Preussen und den Stand vom 1. Januar 1897,