Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
VII
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. Vorwort. VII

das Rothe Kreuz eine kriegsvorbereitende Friedensthätigkeit entwickelt,welche sich auf zahlreiche Gebiete der Kxankenversorgung und anderergemeinnütziger Einrichtungen erstreckt und für die Zukunft eine immersegensreichere Thätigkeit erhoffen lässt.

Sodann war es nothwendig, für denjenigen Theil der Bevölkerungeine gesonderte Betrachtung zu gewinnen, welcher in besondersmangelhafter finanzieller, wirth schaftlich er Lage sich befindet, und so-mit wurde der Krankenfürsorge für Unbemittelte eine einheitlicheDarstellung gewidmet. Es erscheint dies um so berechtigter, wenn manin Erwägung zieht, dass der unbemittelte Theil der Bevölkerung auchwieder unter ganz eigenartigen Lebensverhältnissen sich befindet, welchein erheblicher Weise von denen anderer Personen abweichen. Dasselbe giltvon denjenigen Mitgliedern der Bevölkerung, welche im Interesse derGesammtheit für kürzere oder längere Zeit aus irgend einem Grundeder persönlichen Freiheit beraubt sind, für die Gefangenen. Ferner istes auch erforderlich, der Krankenfürsorge in grossen Erziehungs-anstalten, in Schulen, in Waisenhäusern besondere Aufmerksam-keit zu schenken, zumal es sich hier um jugendliche, unerfahrene, kör-perlich und geistig noch nicht genügend entwickelte Individuen handelt.

Wir haben geglaubt, in dem vorliegendem Werke nicht nur einen Ge-sammtübcrblick über die Bestrebungen und Leistungen, welche in derGegenwart auf dem Gebiete der Krankenpflege von hervorragendemInteresse sind, geben zu sollen, sondern es erschien uns, zumal zu-sammenhängende derartige Darstellungen bisher kaum vorliegen, auchangemessen, auf die allmähliche geschichtliche Entwickelung derKrankenpflege und Krankenfürsorge einzugehen. Es wurde daher derSchilderung der geschlossenen, der offenen und der socialenKrankenpflege der Gegenwart eine pragmatisch-historische Abhandlungvorangeschickt, und wir hoffen durch dieses Vorgehen das Verständnissfür die heutigen Zustände auf dem Gebiete der Krankenpflege undKrankenversorgung zu fördern und zu vertiefen.

Desgleichen hielten wir es für wichtig, dem Rahmen des Werkeseine eingehende und vollständige Zusammenstellung aller einschlä-gigen Gesetze und Verordnungen einzufügen, um Jedem, derauf den betreffenden Gebieten zu arbeiten oder nachzuschlagen beab-sichtigt, die Möglichkeit zu gewähren, alle in Betracht kommenden Be-stimmungen in geeigneter Weise finden und auswählen zu können.

Am Schlüsse des ganzen Wei'kes haben wir aus dem gleichenGrunde, um für fernere Arbeiten auf diesen Gebieten ein umfassendesQuellenstudium zu erleichtern, uns veranlasst gesehen eine möglichst er-schöpfende Bibliographie der Krankenpflege zu gewinnen, wo-durch vielseitigen Wünschen in zweckmässiger und bisher nicht vor-