Vorwort.
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Motto:Aegroti salus summa lex esto.
'er ausserordentliche Aufschwung, welchen die allgemeine Cultur-entwicklung am Ende des 19. Jahrhunderts genommen hat, ist mit be-sonderer Deutlichkeit erkennbar an der Art, wie man in unsern Tagenin den verschiedenen Staaten für denjenigen Theil der Bevölkerung Sorgeträgt, welcher aus irgend einem Grunde der thätigen Hilfe der Mit-menschen bedarf. Noth und Elend ist zu allen Zeiten vorhanden gewesenund es hat niemals und nirgends an Leuten gefehlt, welche, den Wechsel-fällen des Lebens ausgesetzt, sei es in wirthschaftlicher oder gesellschaft-licher oder gesundheitlicher Beziehung, in Gefahr und Bedrängniss ge-ricthen. Zu allen Zeiten waren auch diese Mitglieder der Bevölkerung,welche zur Zeit durch ihre Nothlage verhindert waren, selbst in geeigneterWeise für sich zu sorgen, auf die Hilfe ihrer in besserer, sicherer undgefestigterer Lage befindlichen Mitbürger angewiesen. Die Hilfsbereit-schaft des einen Menschen dem andern Menschen gegenüber ist ja aucheins der allernatürlichsten Verhältnisse und zeigt sich schon auf denniedrigsten Culturstufen, sowohl in grauer Vorzeit wie bei den wildenNaturvölkern der Gegenwart.
Zu den gewaltigsten Feinden des Menschen zählten seit Urbeginnder. Hunger, die Krankheit und die Unterdrückung seitens der Mit-menschen. So lange es gesittete Zustände und Völker giebt, hatman darnach gestrebt, unter Anspannung der äussersten Kräfte derjeweilig Besten und Begabtesten der Bevölkerung, die von diesenfurchtbaren Feinden bedrohten Personen zu retten. Stets war man be-müht auf der einen Seite die Gefährdeten zu schützen und auf deranderen Seite die bereits Geschädigten zu stärken und ihnen wiederaufzuhelfen.
Gegen die Schädlichkeiten und Schädigungen auf wirtschaftlichem,materiellem Gebiete ist eine wirksame Hilfe möglich ausschliesslichdurch den Aufwand von Geldmitteln und durch zweckentsprechendeGelduntcrstützung; es fällt diese Aufgabe dem Thätigkeitsgebiete der