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verweigerte als derzeitiger theologischer Zensor dem KönigsbergerManuskript die Druckerlaubnis; er beanstandete eine der Haupt-thesen der Schrift: daß der Beweis für die Göttlichkeit einer Offen-barung nicht durch die Berufung auf dabei geschehene Wundergeführt werden dürfe. Am 18. Januar 1792 mußte HofpredigerSchultz in Königsberg seinem Schützling diese verdrießliche Bot-schaft übermitteln; er verhehlte dabei nicht, daß auch er gegengewisse, der Mißdeutung ausgesetzte Stellen von vornherein Be-denken gehabt habe, eine „kleine Revision einiger zu sehr auffallen-der Punkte", meinte er, könne wohl nicht schaden. Fichte fragtesogleich (23. Januar) Kant um Rat: „Ich habe nemlich gesagt, daßder Glaube an eine gegebne Offenbarung vernunftmäßig nicht aufWunder Glauben gegründet werden könne, weil kein Wunder, alssolches, zu erweisen sei; habe aber in einer Note hinzugesetzt, daßman, nach anderweitigen guten Gründen, daß eine Offenbarung alsgöttlich annehmbar sei, sich allenfals der Vorstellung von bei ihrgeschehnen Wundern bei Subjecten, die so etwas bedürfen, zurRührung und Bewunderung bedienen könne; die einzige Milderung,•die ich diesem Satze geben zu können glaubte." Kant riet von jederÄnderung ab, da Fichte „nach den, wie es scheint, jetzt angenom-menen Maximen der Censur" damit doch nicht durchkommen werde;nach diesen, so heißt es in seinem Brief vom 2. Februar, „sollengewisse Schriftstellen so nach dem Buchstaben in das Glaubens-bekenntniß aufgenommen werden, wie sie von dem Menschenver-stände schwerlich auch nur gefaßt, viel weniger durch die Vernunftals wahr begriffen werden können; und da bedürfen sie allerdingszu allen Zeiten der Unterstützung durch Wunder und können nieGlaubensartikel der bloßen Vernunft werden. — Daß die Offenbarungdergleichen Sätze nur aus Accomodation für Schwache in einer sinn-lichen Hülle aufzustellen die Absicht hege, und dieselben insofernauch — ob zwar blos subjective Wahrheit haben können, findet beijenen Censurgrundsätzen gar nicht statt; denn diese fordern Aner-kennung der objectiven Wahrheit derselben nach dem Buchstaben".Dem Zensor den Unterschied zwischen einem dogmatischen undeinem bloß moralischen Glauben begreiflich und gefällig zu machen,werde schwerlich gelingen. Das sah Fichte ein, und in seiner Antwortan Kant (17. Februar) war er entschlossen, „den Aufsatz zu lassen,wie er ist, und dem Verleger zu überlassen damit zu verfahren wieer will".
Die bedenkliche Stelle findet sich auf Seite 107 des ersten Drucks.Was aber Fichte über die dazugehörige Note sagt, stimmt so wenigmit dem Sinn dieser Anmerkung (S. 108) überein — mit dem Wort-laut, der gerade für den Zensor entscheidend war, schon gar nicht! —,daß er doch daran etwas gemildert zu haben scheint. Näher kommt