34Schule, Söhne und Enkel des Meisters, wende ich mich! Ichthue es als euer AeltesterHeute am Weihetage großer Erinnerungen, am Gedenk-tage des Meisters, laßt uns unsere Gelübde erneuern am Al-tare der Kunst! Laßt uns festhalten die Ehrenkrone, in ernsterAnstrengung erworben durch seine und unsere Arbeit. Laßtuns eingedenk sein der herrlichen Worte unseres Schiller, diewir so eben hörten:„Der Menschheit Würde ist in eure Hand ge-geben, bewahret sie„Denn zu allen Zeiten, wo die Kunst verfiel istsie durch die Künstler verfallen /-Es giebt aber nur eine Gewähr gegen den sonst unver-meidlichen Verfall, wie auf allen Gebieten des Lebens, soauch in der Kunst, das ist die Freiheit!„Die volle Freiheit der Entfaltung jeder In-dividualität auf jedem Gebiete der Kunst, an derHand der ewigen Lehrmeisterin, an der Hand derNatur“, diesen, des Meisters bewährten Grundsatz, die Seeleder Schule, laßt sie uns unerschütterlich festhalten gegen jedenstarren, unfruchtbaren Principienzwang.„Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit!“Und dieser Geist göttlicher Freiheit sei kein Geist schrankenloserWillkür! Nein, er vereine sich in der Brust jedes Einzelnen,mit dem heiligen Ernst des Bewußtseins eines Hohenpriester-thumes der Wahrheit und der Schönheit in der Kunst!Was ist klassisch, was ist romantisch, was ist ideal, wasist real? Was sind die engen Schranken der Systeme, die
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