33Baukunst, die Kathedralen und Burgen, Zeugen der Vor-zeit, noch mächtig in ihren Ruinen.Und zuletzt noch das Stillleben der großen MutterNatur, Früchte und Blumen, die zierlichsten Gebilde, geschaffenvon Meistern, die selber die zierlichsten Menschengebilde Leh-nen und Preier!O meine Freunde, wie ohnmächtig ist das Wort gegen-über solch' überwältigender Fülle von schöpferischer Kraft, derenfarbiger Schimmer die öde Wirklichkeit verklärt.Welch' ein Geistersonnenglanz ruht auf dem heutigen Tage„O Sonnenschein, o Sonnenschein! Wie scheinst du mirin Herz hinein!“ so rufe ich mit dir, Robert Reinick, dufrüh verklärter Sänger der Schule!Und alle diese Strahlen, wie sie immer wieder ausgehenund zurückkehren, zu dem Einen, den wir heute feiern, demMittelpunkte all' dieses Lebens. Ja, auch die scheinbaren Disso-nanzen, die Richtungen, die Ihn zu verleugnen schienen unddie Er wohl verleugnen mochte, sie sind doch, das erkennenwir heute klar, doch nur die Mittelstimmen des großen Hallelujahin Farben zu Ehren des Vaters der Geister, dessen gewaltigeHarmonie die Zukunft erst immer reiner vernehmen wird.Und so wende ich mich nun zuerst an Euch, ihr meineFreunde und Kunstgenossen! Ach, wie so manchen zu früh Ge-schiedenen, wie so manchen, den Krankheit oder die Ferne unsentzieht, sucht mein Auge heute vergebens in euern Reihen,aber in ihren Werken lebt ihr Name und sie selber in unsernHerzen! Im Geiste sind sie alle, alle gegenwärtig!An Euch, ihr Lebenden, ihr Männer der Düsseldorfer
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