von beiden?“ statt Gott vielmehr zu danken, daß er unsfür Einen allein, Zweie gegeben hat aus der Fülle seiner Gnade!Wie lange hat der unfruchtbare Streit gedauert, ob Schillergrößer war, oder Goethe? Und was wäre denn damit erreicht,wenn es überhaupt möglich wäre, die Geister mit der Krämer-elle zu messen? Nein, meine Freunde, laßt uns nicht in diesenalten Fehler fallen.Wenn es immerhin schon natürlich ist, daß die menschlicheFassungskraft sich der Gegensätze in verwandten Erscheinungenbedienen muß, um sie überhaupt zu verstehen, so ist es dochnicht minder naheliegend, in diesen natürlichen und nothwen-digen Gegensätzen, vielmehr gerade eine heilsame Ergänzungder unvermeidlichen individuellen Beschränkung des Einzelnenzu finden.Und so ist es auch hier!Cornelius hat der verflachten und leer gewordenen Kunstseiner Zeit, die wie ein Leib ohne Seele, nur noch mechanischdahin lebte, den geistigen Inhalt, ihre Seele wiedererobert.Und wie er alle Kraft zu diesem Ziele wenden mußte, konnteund durfte es ihm auch um den Leib und die Form, vorerstweniger zu thun sein.Schadow dagegen, wie er den Inhalt, als selbstverständ-lich voraussetzt, wendet sich um so mehr der Vollendung derForm des Kunstwerkes zu. Tiefste Tiefe des Gedankens undvollste Fülle der Vollendung, das war Schadow's Ideal! Dazuaber bedarf es vor Allem des tiefsten und unmittelbarstenStudiums der lebendigen Natur, die zuletzt doch die Quellealler, auch der antiken Kunst, ist. Er wählt demgemäß die
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