Druckschrift 
Trierer Geschichtsquellen des 11. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

152

Sicher ist aber, dass die Vita vor den G-esta Treverorum (c. 1101.)verfasst ist, da in diesen vielfach, vorauf schon Waitz hingewiesenhat, der Text der Vita s. Agritii benutzt ist. Weil nun beide Werkenicht in demselben Trierer Kloster entstanden sind, also die Vitawohl sicher nicht sofort nach der Abfassung in das Kloster desVerfassers der G-esta gelangte, weil ferner letztere nach ihrerganzen Anlage wohl längere Zeit zu ihrer Herstellung bedurfthaben, so darf die Entstehung der Vita wohl sicher nicht mehrnach den Jahren 1090—1095 angesetzt werden. Andererseits aberist die Vita erst einige Zeit nach der Auffindung der über denLeib des h. Mathias handelnden Notiz, die nicht mehr in die erstenJahre des Erzbischofs Eberhard (1047—1066) fällt, und erstnach der auf Grund dieser Notiz angefertigten zweiten Fassungdes Silvesterdiploms, also nicht vor dem siebenten Jahrzehnt deselften Jahrhunderts, entstanden 1 ). Somit glauben wir nicht fehl-zugehen, wenn wir als sichere Abfassuugszeit den Zeitraum1050 — 1095 und als wahrscheinliche den zwischen 1070—1090hinstellen.

Der Schlussuntersuchung über den mutmasslichen Verfasssrder Doppelvita senden wir die Nachrichten über das Grab desh. Agritius voraus. Denn von vornherein ist wahrscheinlich, dassin demjenigen Kloster, welches das Grab des Heiligen sein eigennennt, auch die Lebensbeschreibung desselben entstanden ist.

Die älteste Nachricht hierüber stammt noch aus der Zeit vorder Zerstörung Triers durch die Normannen (882). In einer am 1.April des Jahres 853 datirten Schenkungsurkunde zu Gunsten desMaximinklosters wird ausdrücklich erwähnt, dass in diesem derLeib des h. Agritius ruhe 2 ).

Die zweite Nachricht stammt schon aus der Zeit nach jenerZerstörung, nämlich aus dem Jahre 942. Für dieses ist in denAnnalen s. Maximini eingetragen:

suspendit, qui et isttid monasterium in honore sancte clei genitricis nee noueorundem martirum construxit In der Vita s. Agritii S 191: In hornm qnoqueveneratione sanctorum nee nou sanete clei genitricis honore . . . beatus Felixeiusdem episcopi metropolis . . . monasterium construxit, in quo postea sanetipatris Paulini corpus a Frigia translatniri, dum debito honore fuisset collocatum etc.

J ) Vgl. oben S. 1.3—114.

2 ) Beyer I. 88 nr. 83: ad monasterium s. Maximini, ubi sanetu-; corporequiescit cum reliquis duobus s. Agricio et s. Nj'cetio. — Goerz I. 579.