Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
569
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622-623. 1591 569

622. D. Meckbach an Rumpf. 1 ( 30 - Au 8)

(Pfälzische Umtriebe gegen Brandenburg wegen der preussischen a e

Heirat.)

Magdeburg ist, wie aus dessen eignem Sehr, jüngst hervor-geht, dankbar für die gute Affektion gegen das Haus Branden-burg sowie für die gnädige Erklärung und Erzeigung des Kaisersnamentlich auch der bewussten Heiratssache halb. Teilt ver-traulich mit,das pfalzgr. allerlei practiken bis anhero bei derK. W. in Polen treiben und dahero etzliche intercessionschriftensowol an die herzogin vor dessen wie auch an marggraf GeorgFriederichen . . . und die landstende in Jülich ausbringen lassen".Obwohl die Herzogin sich gegen den König und gegen Pfalz selbstlaut beil. Copp. entschuldigt hat, soll Pfalz trotzdem mit Prak-tiziren nicht nachlassen; mau bat Nachricht, es möchte in Kürzeam Kaiserhof ohne Wissen der Herzogindesgleichen von Pfalzetwa ein schreiben, so hochgedauhter marggraf ergehen lassen,anbracht werden". Auf kurbrandenburgischer Seite glaubt mannicht, dass darauf etwas Widerwärtiges zu befahren, doch wollteman den Herrnsolcher unordentlichen practiken" avisiren undCopp. von wiederholten neueren Erklärungen der Herzogin gegendiesen Teil mitschicken. . . Von Kurbrandenburg sindkeinesolche unordentliche fast vom fursten stand ungewöhnliche mittel,eintrag und vorhinderung" gespürt worden,da man sich auchnicht gescheuet, wunderliche discurs und collation beider heuserPfalz und Brandenburg vorcleinerlich wieder dis teil auszu-sprengen". 2 ....

Berlin. R. XXXV. C. 3b. Cop.

623. Joachim Friedrich von Magdeburg au Mar kgraf^- Septbr.Georg Friedrich. Dresden

Der Kaiser hat sich wegen der Heirat zwischen seinem SohnM. Johann Sigismund und dem älteren Fräulein von Preussenwillfährig erklärt. Dagegen bemüht sich J. C, sehr für den jungen

1 M. m. an Kurz.

- Vgl. No. 588. Obige Sehr, an Rumpf und Kurz teilt Meckbach,Malle 30. August, den kurbrandeuburgischen Räten Distelmeier undKopp mit, wobei er bemerkt, J. C. werde wohl am Kaiserhofeinen blosenschlagen", da der Kaisersich schon richtig erklärt, auch die Herzoginan der Antwort des M. Georg Friedrich an J. C. kein Gefallen trage.Forsitan ad regis Poloniae intercessionem, ut videtur, tarn dubie res-pondit [der Kaiser] et Palatinum ad ducissam, ut regis quoque offensioevitetur, remisit", statt es besser Pfalz stracks abzuschlagen. Es seizu verwundern,das man bei Pfalz so ohnbesonnen dise Sachen gleichcontra dispostitionem divinam darf urgiren und allerlei wege zu iremselbst schimpf gebrauchen. Es müsse doch gehen, wie es gottes vor-sehen und haben will, dahin dies teils allezeit und einzig gesehen..... Dan solliche und dergleichen Sachen, daher nach gottes willenvil guts entstehen kan, verwirret der satan durch allerlei wege"(Berl. ebd. eigh.).