Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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1591.

470. Bericht Sprinzensteins an Wilhelm von Baiern. 1 Januar

(Bedrohung des Stifts Strassburg durch die Protestanten. Navarras Ab-sichten auf Lothringen und Beziehungen zu Italien. Spanische Hülfegegen Metz gefährlich. Gesandte aus Metz bei Strassburg und J C.,;dessen Praktiken. Bettung Lothringens durch einen Defensivvereinmit Oesterreich und einer Anzahl von kath. und prot. K. Ständen.)

..Do das hochstift Strasburg in der protestierenden fürsten hend(wie es warlich, als ich itz selbs gesehen und erfahrn, tag undstündlich in högster gefahr stecken tuet) kommen soll, so seindurch solches werch alle päss, wie sie es haissen, zu der pfaffen-gassen nit allein geöffnet, sonder zu des gegentails nutz undunserem verderben die unwidergewinnlichen vestungen alberait aus-gepauet".....

Falls Navarra sich mit seinem Anhang von Hugenotten undprot. Fürsten im R. der Herzogtümer Lothringen und Bar bemächtigte,würden die vorderösterreichischen Lande und ihre Nachbarn, auchder schwäbische Kreis, ja ein guter Teil der Christenheit schwergeschädigt.Dann Navarra diser zeit schwebenden pratikn sichweiter als man maint erstrecken tuen und albereit in aim subtilenund hitzigen land als Italia schon ain starken grund, wie menniglichbewusst, gelegt und fundirt."......

Das Erbieten Parma's, Lothringen Metz belagern und er-obern zu helfen *, zunächst noch nichts an den K. vonSpanien gelangen zu lassen, sondern die Erklärung der katho-lischen R. Stände (mit Intromittirung der kais. Autorität) auf dieOfferta Lothringens abzuwarten. Denn einmal würden die prote-stirenden Fürsten, sobald sie sicher wüssten, dass Parma mitLothringen Metz im Frühling zu belagern beabsichtige, diese Stadtzeitig mit Geld, Volk u. s. w. versehen und im Fall einerspanischen Belagerung mit starkem Sukkurs entsetzen. Man mussdiese Absicht gegen Metz möglichst geheim halten. Die Metzerhaben zu ihrem Vorteil bei Lothringen wieder eine Verlängerungdes Friedenstands um 3 Monate erlangt.Ain guets zuvor, eheich itz aus Frankreich und Lotringen kommen", hatte die huge-nottische Partei zu Metz, als die Katholischen darin überlegen,einen Gesandten bei Strassburg um Geldhülfe und um zu erfahren,was sie im Fall einer spanischen oder lothringischen Belagerungvon Strassburg zu erwarten hätten,beinebens auch under dergestalt der [Lücke] Strasburg gewarnet", was für Schaden für dieStadt, viele vornehme protestirende Fürsten und fast dem Reichselbst ans einer spanischen Besetzung von Metz erwachsen würde.In Strassburg wurden darauf im geheimen und Kriegsrat viele

1 Vgl. No. 424; über Spr. Bericht, aus dem hier nur einzelne*>teilen ausgehoben sind, Stieve IV, 14 A. 2; 23; 50 f.