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schaft und diensten bevelen, mit fr. bitt, die gruss bei Christianusmein bruder im besten zu verrichten unbeschwert sein.
Datum Heidelberg, 10. Martii ao. etc. 90.
Dein getreuer bruder im herz, weil ich lebe,J. Casimir etc.
Auch, fr. und herzlieber bruder, das ich meinen bruder indiesem schreiben gedauzt, bitt ich, sie wollen mir es nit von übelhaben; dan was man reden und sagen muss, mag man auch wolschreiben. Zudem auch müst ich in dem gefahr stehen, das ichletzlich, wen ich meine pferd alle verloren nett, zu fuss gehenmust, oder aber so viel wein verlieren möcht, das ich letzliclrwasserdrinken must. Nun bin ich mein leben lang ein armer reuterknabgewesen und von Jugend auf gern wein gedrunken, wie noch.Wen ich nun in mein zimlich erlebt alter derer obgemelte 2 stuckentberen und beraubt werden muste, so were zu besorgen, das ichnit lang leben möcht. Dieweil ich nun in meinem herzen ver-sichert, das mein bruder mein tod nit begeren, sonder ich auch• beger zu leben, damit ich derselben einmal ein guten reuterdienst leistenmag, bitt ich nochmals, wie obengemelt, mir ein solche vermessen-heit nit in ungutem ufzunernen und sich erinern, was mir in der-selben camer, als mir undersc.hrieben, mit einander underredunggehabt und einander zugesagt haben, das keiner dem ander zuungutem ufnemen soll, wen einer nerrisch schrieb etc. Und binmeinem fr. herzlieben brudern zu allen beheglichen dinsten jederzeitgeneigt. Utt in literis.
J. Casimir etc." 1
Dr. 8539. (Pf. Joh. Cas. — Sehr. 1578-91). f. 109. Eigh.
10. 307. Visconti an Montallo.
aO. (Die Frage der Anerkennung Heinrichs IV. durch den Kaiser.)
März
Prag Der Sekretär des verstorbenen K. von Frankreich erhielt von
Navarra zwei Sehr., eine Kredenz und einen Bericht über dieLage in Frankreich, mit dringendem Gesuch um Gehör. Ist beiden kais. Ministern gegen Zulassung des Gehörs oder Annahmeder Sehr, eingetreten, wobei sie ihm vorhielten: 1) „che N. S. nonsi mostra hora tauto rigoroso contra Navarra, come nel tempoche io trattai di qnesta materia"; 2) das Beispiel der Vene-zianer. Erwiderte: 1) er habe noch keinen Gegenbefehl erhalten unddie Anwesenheit Luxemburgs, der von den katholischen Prinzenvon Geblüt geschickt sei, in Rom sei „per le ragioni giä altre voltescritte" nicht anzuziehen; 2) eine Chiffre Montalto's vom 28. Oktoberhabe ihn beauftragt, dem Kaiser die höchste Missbilligung desPapstes über die Haltung der Venezianer auszudrücken, denen derKasier vielmehr ein gutes Beispiel geben solle. 2 Sie schienen da-
* Vgl. Münch. Abhandl. XII. 2, 161 f.
a Visconti an Montalto, Prag 17./27. Februar : Hört, der spanischeGesandte habe im Namen seines K. auf Entfernung des navarrischenSekretära beim Kaiser gedrungen, aber die Antwort erhalten, „chevogliono prima vedere quello che passara cosü con Lucemburgo". . . .