Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

116. 1588 101 -

116. Johann Casimir an Lan dgraf Wilhelm. Januar

14Auf W. Sehr, vom letzten Dez. tther die Niederlage des Heidel-navarrischen Kriegsvolks. Etliche beschuldigen den K. von Navarra, bergder gegen seine Zusage nicht zu den Deutschen gestossen sei, andereentschuldigen ihn, er habe wegen des Feinds jenseits der Loire nichtkommen können. Glaubt seinerseits, dass der Abfall der Schweizerund der grosse Verlust der Reiter bei Aulneau sowie die einreiss-enden Krankheiten das Kriegsvolk schliesslich zur Annahme etlicherBedingungen genötigt haben. 1 Kann nicht auf den Vorschlag W's ein-gehen, seiner gefährdeten Lage wegen die widerrechtlich zugeord-neten Mitvormünder zur Tutel und Administration zuzulassen.Hofft, man werde das Recht schalten und dessen ungeachtet ihn imNotfall nicht ohne Hülfe lassen. Sollte dies doch geschehen, sotröstet er sich dessen, dass er nicht aus Eigennutz und Ehrgeiz,

zu gemeinschaftlichem Vorgehen zu bestimmen berichtet der NuntiusFrangipani (Ehses, N. B. I. 2, 82; vgl. 89:II Casimiro, vedendonon haver piü credito con soldati, voleva come colonello imperialeassoldar gente sotto nome dell' imperio, che li e stato impedito," vgl.93.). Einer von den geworbenen Reitern wurde auf dem Schloss zuMarburg ausdrücklich gewarnt,dan P. keine reichsbestallung hette,sonder stecke etwas anders dahinder; dan wan es reich antreffe, wurdenandere stend des reichs und die landgraven rficht also still sitzen" (Prot. 26.April, Mb. a. a. 0.). Der Landschaftsausschuss der Oberpfalz bewilligtefür die Rüstungen ein Darlehen von 80000 fl; in einem Sehr, an dieRäte zu Amberg vom 10. Febr. erklärt sich J. C. hiemit zufriedenund befiehlt die Musterung und Verordnung des bewehrten Landvolksfortzusetzen (Mc. Fürstensachen II. Specialia lit. E. fasc. 123 No. 1013).Am 27. Jan. sehrieb J. C. an die ev. Kapitularen zu Strassburg, ermache sich gegen den guisischen Einfall gefasst und habe der StadtStr. bereits Zusicherung gegeben (Strassb.). Am 10. Febr. an die Ritt-meister Vohenstein und Bechtolsheim: bei dem Rückzug der Franzosenfänden seine rheinischen Mitkff. das Anreiten zur Zeit nicht nötig, erwolle aber, da die Franzosen bald wieder umkehren könnten, seineReiter in Wartgeld halten (Mb. a. a. 0.); am 21. Febr. an Vohenstein:da die Läufe von andern Orten her sich wieder sorglich anliessen, solleV. mit den Reitern auf Laetare [17. März] auf dem Musterplatz beiGuntersblum erschienen (ebd.). La Noue, damals in Heidelberg, sahsich auch in diese Dinge hereingezogen. J. C. vermerkt Verhandlungenmit ihm zum 20., 21. und 22. Februar; zum 27:Baroni [Dohna, deram 22. angekommen war] und La Noue in das ampt Germersheimgeschickt allerhand anstellung zu tun". Am gleichen Tag:Hugrierevenu. Schregel und Henrich Carben auch." Am 28: in der StadtFeldgeschütz besichtigt und allerhand Anstellung getan. Am 2. Feb-ruar:Baroni und la Noue widerkomen". Am 21:in den gartengangen und meiner guardi Soldaten gemustert". Am 27: mit Pf. Johann[den er am 16. von Germersheim herübergeholt, hatte] nach Neuschloss,underwegen ein fendlein landvolk zur landrettung gemustert" ; am 29 :muster comissarius verschickt". Die Heidelb. Universitätschronik(Cod. lat. Mon. 1632 f. 48 f.) rechnetpraeter equitatum ad vigintipeditum signa."

1 Am 17. Dez. 1587 berichtet L. Georg seinem Bruder Ludwig(vgl. No. 108) noch von Aeusserungen J. C, es sei nichts an denZeitungen von einer Niederlage, vielmehr sollten die Reiter bei Na-varra angekommen und Guise und Mayenne geschlagen sein.