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übermenschlichen Macht nicht hinaus. Ganz anders bei Holbein, wovon einer solchen Allegorie überhaupt nicht die Rede ist, sondern dergewaltsame Tod mit aller Naturtreue als Ausgang eines kriegerischenKampfes geschildert wird, wobei aber allerdings einem Mitwirkendenein dämonischer, jedoch nur dem Beschauer kenntlicher Charakterverliehen und dadurch der geschilderte künstlerische Erfolg gesichertist. Nirgends drängt sich ein Übermenschliches störend auf, allesgeht so natürlich zu, dass ein Unbefangener auf einen allegorischen,lehrhaften Zweck gar nicht verfallen kann und nur den dämonischenZug, die dramatische Stimmung des wirklichen Lebens empfindet.Die von Woltmann behauptete Ironie in dem gewaltsamen Tod desRitters und des Kriegers — als Strafe für ihren gewaltthätigenLebenswandel (s. oben) — kann ich um so weniger entdecken, alsich thatsächlich nichts natürlicher finde, als Krieger den rühmlichenKriegertod sterben zu sehen. Und wie wenig die HoLBEmschenTotengestalten auch in den besprochenen Kampfscenen schlechtwegals übernatürliche Todbringer aufzufassen sind, lehrt uns endlich derTrommler im Schlachtbilde. Weder kann seine dämonische Gestaltden Kriegern kenntlich sein, die ihm unbedenklich folgen, nochhandelt er anders oder bewirkt etwas anderes als ein Trommler vonFleisch und Blut; er ist ausschliesslich ein künstlerischer Ausdruckfür die Vorstellung, die sich wohl aussprechen, aber nicht un-mittelbar malen lässt, dass der Krieger in der Schlacht dem Todeentgegengeht.
Nach denselben künstlerischen Grundsätzen verfuhr Holbein beider Komposition der letzten Kampfscene im Bilde des Grafen.Die Wirklichkeit der Darstellung wird noch dadurch erhöht, dass dieErmordung des Grafen durch den aufständischen Bauern eine histo-rische Thatsache wiedergiebt, wie denn solcher Bilder in jener Zeitnoch manche entstanden. Die dämonische Totengestalt des Bauernhat hier auch nur die Bedeutung, die wirklichen Begebenheiten, diesich in den wilden Kämpfen ganzer Heere abspielten, auch in einemeinzigen Paar wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Durch das ge-schichtliche Moment ist aber auch dem Versuch, irgendwelche Ten-denzen hineinzulegen, die Spitze abgebrochen. Unzweifelhaft kannnicht nur eine „demokratische Gesinnung", sondern ebensogut derfromme Glaube, dass die Geschichte der Menschen nur das Abbildeiner höheren Gerechtigkeit sei, aus diesem Bilde herauslesen, dass