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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Andeutung einer Muskelfurche entschieden nur in 29, 32, 43gezeichnet, d. h. es vermieden, ihn als Skelett zu behandeln. Dieswird noch durch folgende Thatsachen bestätigt. Der Unterarmhängt häufig mit dem Oberarm kontinuierlich zusammen (5, 8, 24links, 25 rechts, 28, 37, 40); er schwillt in der Regel gegen dasEllenbogengelenk allmählich an, besonders in 11, 23, 25, 29, 32,was nur für die Muskulatur und nicht für das Skelett passt, oderdiese selbst ist endlich ganz unzweideutig angegeben (29, 43);gelegentlich ist auch der Unterarm von der Hand nicht getrennt(5, 23, 24, 40, 43), so dass beide Teile bisweilen ebensogut einemLebenden wie der Totenfigur angehören könnten. Dies dürfte Beweisgenug sein, dass Holbein den Unterarm seiner Toten ebenso wieihren Oberarm nach dem Leben und ohne Anlehnung an das ihmbekannte Skelett bildete. Wo aber der Unterarm gegen den Oberarmund die Hand scharf abgesetzt ist, was doch füglich an wirklicheund entblösste Gelenke erinnern soll, da folgt die Abgrenzung nichtden Linien des letzteren, sondern den Muskelgrenzen.

Das Muskelrelief der Ellenbogengegend lässt sich nämlich sobeschreiben, dass die Oberarmmuskulatur an der Vorder- und derHinterseite mit einem Zipfel zwischen die Muskelmasse des Unter-arms eingreift, so dass diese an den zwei anderen Seiten, innen undaussen, sich aufwärts vorschiebt. Dem entsprechend fügt sich derOberarm von Hoi.beins Totenfiguren mit einem vorderen und einemhinteren Fortsatz zwischen einen inneren und einen äusseren Vor-sprung des Unterarms, was namentlich in der Seitenansicht klarhervortritt (vgl. 7, 13, 14, 15, 16, 22, 25, 26, 33, 35). Wie sehrdies von den wirklichen Gelenkgrenzen abweicht, ergiebt sich unteranderem daraus, dass der Ellenbogenhöcker (Olecranon), der dochzu einem Unterarmknochen gehört, im Bereich des hinteren Muskel-zipfels des Oberarms liegt (Fig. 90, 91)*).

In den meisten Bildern unseres Totentanzes ist die Becken-region der Toten durch davorstehende Personen, durch die Kleidungoder andere Gegenstände verdeckt. Wo sie sichtbar wird, ist sie

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*) Bekanntlich springt das Olecranon bei einer Biegung des Arms stark hervor; deshalb istes auch zweimal (20, 291 als ein selbständiger Teil gezeichnet. Die Beugeseite des linken Ellen-bogengelenks des Paukenschlägers ist übrigens verkehrt gezeichnet (Fig. 871; da jedoch derselbeTeil in den übrigen Figuren richtig wiedergegeben ist, so kann nur die Flüchtigkeit, sei es desZeichners oder des Formschneiders jenen Fehler verschuldet haben.