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ganz ausnahmsweise durch die Übertreibung eines Reliefs hervorrief,das mit einer Skelettbildung nichts zu thun hat und vernünftiger-
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weise nur mit dem Relief des lebenden Arms verglichen werdenkann. Und in der That lehrt ein solcher Vergleich die ganz wesent-liche Übereinstimmung beider Bildungen.
In der Regel zeigt der Oberarm des Lebenden, gleich demArm der Totengestalten, in seinem mittleren Hauptteil eine glatteFläche, von stärkerer Konvexität an der Vorder- und der Hinter-seite, innen und aussen etwas abgeplattet. Erst bei einer stärkerenEntwickelung der Muskulatur und bei kräftigen Bewegungen tretendurch die Anschwellung der zwei Hauptmuskeln des Oberarms, desvorderen oder zweiköpfigen und des hinteren dreiköpfigen, zwischenihnen sowohl innen wieaussen jene beiden unsschon bekannten Fur-chen hervor, und zwarum so schärfer, jeweniger fettreich undschwellend die Hautsich darüber spannt. Wirsehen sie ebenso deut-lich an der Leichedes Grabreliefs Figur i(aussen) und an dem aus-gestreckten Arm (innen)
des eben erschaffenen Adam von Michelangelo*) wie an den vorhinbezeichneten Totengestalten Holbeins (Fig. 87—91), mit dem Unter-schied, dass an diesen die Furchen bisweilen das Aussehen von Spaltengewinnen. Dieser gelegentlich angewandte Kunstgriff Holbeins kannaber die Thatsache nicht beseitigen, dass der scheinbar skelettierteOberarm seiner Totengestalten nichts weiter ist als eine im wesent-lichen richtige Nachbildung des lebenden Arms.
Die Ähnlichkeit der beiderlei Oberarme geht aber noch weiter.Das Knochengerüst der Schulter wird gebildet durch die verbundenenEnden des Schlüsselbeins und eines Fortsatzes vom Schulterblatt,
Fig. 87.Arm des Paukenschlägers
am Beinhause vonH. Holbein, vergrössert.
Fig. 88. Arm des Adam vonMichelangelo, b zweiköpfiger
Armmuskel, / dreiköpfiger
Armmuskel, d Deltamuskel,
p Brustmuskel.
Ebenso lehrreich ist der Vergleich mit passenden Statuen wie Laokoon, der Schaber, derFechter — um nur die bekanntesten zu nennen.