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sondern dazu, den Eindruck des dargestellten Vorgangs zu steigern.Ein trunkener, am Boden liegender Spielmann wird von ihnenüberfallen; eine der beiden Totengestalten packt ihn am Bein, dieandere schüttet ihm Wein in den offenen Mund. Um etwa blossden Tod des Trunkenbolds zu schildern, waren die weiblichenUnholde und die durch sie verübten Roheiten ganz überflüssig; siesind aber vorzüglich geeignet, den verächtlichen Zustand des Trun-kenen , der sich machtlos dem rohen Spott der Weiber aussetzt,drastisch zu zeichnen.
Übrigens hat Holbein die Heidelberger Holzschnitte noch ineinem anderen Fall benutzt; dies bezeugt ganz bestimmt die auf-fallende Übereinstimmung zwischen seiner Nonne (G) und derjenigendes Heidelberger Drucks (Fig. 48) in Tracht und Haltung. WelcherUnterschied besteht jedoch zwischen dem indifferenten Paar in jenemDruck und dem HoLBEiNschen Bilde, wo die Nonne sich von demals Mönch verkleideten Toten führen lässt! —
Ebenso bestimmt kann ich behaupten, dass Holbein bei derHerstellung des Alphabets das Berner Gemälde und die Dansemacabre in irgend einer Publikation kannte. Der zweite Tote aufdem Bilde der Buhlerin (S), der sich bei seinem Fortschleichen sotief bückt, dass er das Stundenglas auf seinem Rücken zu tragenvermag, ist nur eine Wiederholung desselben Motivs in Bern, woder auf diese Weise heranschleichende Tote dem Maler den Malstockzu entziehen sucht (Fig. 83). Hier ist also die sonderbare Haltungdes Toten durch seine Absicht wenigstens annähernd motiviert, beiHolbein dagegen erscheint sie völlig überflüssig, nur als derbe Zu-that zu einer noch derberen Scene.
Die zweite sichere Entlehnung ist diejenige des Arztes (M), derdas emporgehobene Glas betrachtet. In Kleidung und Haltunggleicht er durchaus dem Arzt der Danse macabre (Fig. 5), wenigerdem Arzt in Bern (Fig. 80); dafür hat er mit dem letzteren dasgemein, dass der hinter dem Arzt stehende Tote mit seinem Armüber dessen Schulter hinübergreift. Wie verschieden ist aber dieseHandlung bei Manuel und bei Holbein verwertet! Im Berner Bildzerschlägt der Tote mit einem Löffel (?) das emporgehobene Glas,so dass der üble Inhalt ausfliesst; statt dieses ungesalzenen Witzes,der noch dazu ein symbolischer sein soll (s. den Berner Text), liessHolbein den Toten das Glas reichen, also den Arzt zur Prüfung