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dass Holbein in jenem musizierenden Totendie ihm gerade vorschwebende bekannte Figureines Bärenführers wiedergab, die durch denköstlichen Gegensatz zu ihrem Partner deneinförmigen Gedanken des Totentanzes aufdas wirksamste belebte.
Die besondere Körperbildung der Totenauf der Dolchscheide werde ich erst späterim Zusammenhang mit den übrigen Toten-gestalten Holbeins erörtern; hier mag die Be-merkung genügen, dass sie auf der Dolch-scheide , mit untergeordneten Ausnahmen,als vollständige Skelette auftreten, die imOriginal (A) vorzüglich geraten sind, währenddie Basler Kopie (B), wie wir sahen, sich auch darin mancheVerschlechterung hat zu schulden kommen lassen.
Fig. 84. Bärenführer aus einer
Handzeichnung vonH. Holbein in Basel, nacheiner Braunschen Photographie.
I
Um die Zeichnung der Dolchscheide richtig zu würdigen, hatman davon auszugehen, dass sie zu einem bestimmten dekorativenZweck erfunden war, der für die ganze Darstellung massgebendwurde. Es war daher jede Auffassung ausgeschlossen, die reiche,umfassende Darstellungsmittel und überhaupt eine bildmässige Aus-arbeitung forderte, und das Hauptgewicht fiel naturgemäss auf einepassende äussere Anordnung von wenigen Figuren. Holbein musstedaher von einem ganzen, einheitlich abgeschlossenen Totentanz ab-sehen und sich auf einige „Bilder aus dem Totentanz" beschränkenderen Grundgedanke wenigstens äusserlich der althergebrachte blieb.Also eine neue grundlegende Auffassung ist da noch nicht zusuchen, sondern nur die meisterhafte Verwendung und Ausführung derFiguren und die höchste Kunst der Dekoration zu bewundern. DieAnregung zu diesem seinen ersten Totentanz empfing Holbein einzigund allein vom Grossbasler Gemälde; andere Einflüsse sind dabeinicht nachweisbar.