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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
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XII.DER TOTENTANZ AUF DER DOLCHSCHEIDE (Taf. i).

S sind davon zwei Exemplare bekannt: i) eine ge-tuschte Handzeichnung in der Berliner Bauakademie,früher in Mechels Besitz in Basel und dort von ihmgestochen im Oeuvre de Jean Holbein (No. 52); einspäterer und besserer Berliner Stich befindet sich imPrachtwerkVorbilder für Architekten und Handwerker". 2) einegleiche Zeichnung in der Basler Kunstsammlung*). Beide Blätter sindauf Tafel 1 nach Originalphotographien wiedergegeben.

Woltmann (No. 78, I, 259, 435; II, 106, i 20) hält beide Exem-plare für echt, und weil sie nur spiegelbildlich gleich sind, eins davonfür einenUmdruck" oderAbklatsch" des anderen. Dagegen hatA. v. Zahn in seinen Jahrbüchern V, 207 das Basler Blatt für dasOriginal, das Berliner Blatt für eine sehr gute alte Kopie erklärt,ohne jedoch die Gründe dafür anzugeben. Um den anatomischenKenntnissen Holbeins nachzugehen, ist es aber durchaus nötig, durchgenaue Vergleiche die Frage nach dem Original zu entscheiden.Das Berliner Exemplar (A) ist nun nach meiner Untersuchungin jeder Beziehung besser gezeichnet als das Basler Exemplar (B);und wenn es auch selbst nicht ohne einige Fehler an den Skelettenist, so sind. doch nicht nur diese in B wiederholt, sondern in vielenanderen Stücken durch offenbare Verschlechterungen vermehrt. Vondiesen sind zuerst die anatomischen Fehler an den Toten zu er-wähnen. Der gehobene Oberarm des ersten Toten ist etwas zukurz, sein Becken zu breit und flach und die daraus aufsteigendeLendenwirbelsäule aufwärts unrichtig verbreitert und nach einer Seitevon der Mittelebene abweichend. Die Oberlänge (vom Scheitel bis

) Aul" No. 79 der Braunschen Photographien befindet sich ein zweites Basler Exemplarunserer Dolchscheide, angeblich ebenfalls von HoLBF.lN, das aber gegenwärtig in der Basler Kunst-sammlung nicht mehr ausgestellt ist, offenbar deswegen, weil es eine recht minderwertige Kopiemit dem Monogramm HB (Hans Brosamer oder Hans Bock) war. Wie aus einigen bezeichnendenMerkmalen zu ersehen, war die Vorlage dieser Kopie das gegenwärtig in Basel ausgestellte Exemplar.