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Darstellung; und da sie mehrfach ungeschickt war, so möchte ich sienicht gerade zur Charakteristik Manuels empfehlen. Da das Totentanz-gemälde das, was im Schauspiel sichtbar war, wiedergeben sollte, sowar das Bild des Predigers natürlich, jedoch nicht die Darstellungdes Inhalts seiner Predigt. Allenfalls Hessen sich noch der Sünden-fall und das Schlussbild verteidigen, da sie an ihrer Stelle leichtverständliche populäre Vorstellungen darbieten; Moses und der Ge-kreuzigte verfehlen aber ihren Zweck vollkommen. Manuel als Malerdieser Gestalten und als Dichter des beigefügten Textes kann ichnicht in Einklang bringen; so trivial die Gesetzgebung, so unpassendzum Text ist das andere Bild (Fig. 78). Im Text gesteht nämlichder Tod, dass der Herr aller Herren sich seiner Gewalt entziehe,denn „sein Tod ist gsin mein Tod und Sterben"; zeigt nun etwadas Bild den von seinem Besieger gedemütigten Tod? Keineswegs.Er reckt sich zu voller Grösse und weist mit hoch erhobenem Armund Finger auf den Gekreuzigten, wobei die weit offenen Kiefer, wieman es in ähnlichen Fällen so oft erwähnen hört, einen höhnendgrinsenden Zug hervorrufen. Aus dieser Gestalt kann ich nichtsanderes herauslesen als das Gegenteil des im Text Gesagten, näm-lich : Auch du hast meine Gewalt anerkennen müssen. Man brauchtdabei nicht an eine Blasphemie Manuels zu denken, aber eine all-gemein verständliche Illustration des Textes ist es ebensowenig undkann auf den Beschauer nur verwirrend, störend wirken. Vögelinfindet diese Totengestalt geradezu „komisch" (No. 1, S. 92).
Mit dieser breiten Exposition, die dem Totentanzgemälde ganzfremde Elemente hinzufügte, durchbrach Manuel, ob nun freiwilligoder nicht, die Tradition und die Einheit der Darstellung. Nur ver-folgte er dabei nicht einen höheren Zweck und ging in dieser Weisenicht weiter vor, sondern blieb im eigentlichen Reigen der Über-lieferung insofern treu, als die einzelnen Scenen auch bei ihm, mitwenigen und unvollständigen Ausnahmen, die Entführung der Leben-den durch die tanzenden Toten schildern. Selbst der hergebrachteGegensatz im Gebaren der beiderlei Gestalten blieb erhalten. Je-doch steigerte Manuel diesen Gegensatz weit über das frühere Masshinaus. Schon in Gross-Basel werden die Toten bei der Aufforde-rung oder Entführung der Lebenden zum letzten Tanz nicht seltenzudringlich, selbst stürmisch (Graf, Ritter, Wucherer, Jungfrau, Jude)und fügen zum Zwang den Hohn
sei es durch Nachäffung ihrer