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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
Seite
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gekrönten Häupter und eines Bischofs tragen. Ein deutlicher Beweis,wenn es eines solchen noch bedurfte, dass der Zeichner ohne Kenntnisnicht bloss des Basler Gemäldes, sondern jeder derartigen Darstellungund vielmehr ganz im Sinne der Lehrgedichte arbeitete. Diese Auf-fassung fand aber auch damals weniger Anklang als die lebendigereund kühnere von H 2 ; denn während M 2 ohne kenntliche Wirkungblieb, erfreute sich H 2 einer nicht geringen Verbreitung, wie einer-seits die besprochene zweite Auflage und dann eine anderweitigeVerwertung dieser Holzschnitte anzeigt. Einzelne Entlehnungen darauswerde ich noch zu erwähnen haben und beschränke mich hier aufdie Bemerkung, dass dieser Totentanz wahrscheinlich in extenso ineinem Wandgemälde wiederholt wurde. Frimmel hat von einemTotentanz in Metnitz (Kärnten) drei Paare abgebildet, worin derEdelmann, die Edelfrau und der Kaufmann von H 2 in der richtigenReihenfolge nicht zu verkennen sind. Bezeichnend dafür ist diemerkwürdige Lage des Schwertes beim Edelmann, die ganze Figurder Edelfrau und der Tote des Kaufmanns, dessen improvisierteTrommel jedoch in eine richtige verwandelt ist. Weitere Indicienfür diese Entlehnung enthält die Beschreibung Lippmanns (No. 38),wonach, ausser den bekannten 24 Ständen, vor dem Arzt ein neuesPaar mit einer unbekannten 25. Figur, also dem Vertreter desApothekers, hinzukam und der erste Tod ebenfalls auf zwei Paukenspielt wie in H 2 . Allerdings kamen die Zuhörer des ersten Predigersund zum Schluss die Gruppe unbekannter Personen hinzu: jenesnach dem Vorbilde von M 2 , dieses eine Reminiscenz an die alteDanse macabre, also ein weiteres Zeugnis dafür, dass alle diesenichtbaslerischen Figuren nachträglich nach französischen Quellenhinzugefügt waren.

DerDotendantz mit Figuren, Klage und Antwort" u. s. w.(vgl. Massmann No. 49, S. 84) ist ein Typendruck mit Holzschnittenvom Ende des 15. Jahrhunderts, der aber weder einem bestimmtenVorbilde folgt, noch sich durch Originalität auszeichnet. Es ist zumgrossen Teil eine Anhäufung von Reminiscenzen an die Dansemacabre, das Lübecker und das Grossbasler Gemälde und derenTexte, wobei Ermahnungen zur Reue, Androhung himmlischer Strafenund Ähnliches die Hauptrolle spielen; ein Machwerk, das wenigstens