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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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(s. u.). Ich halte es daher für wahrscheinlich, dass wenigstensein Teil des Textes von No. 2735 erst bei der Fortsetzungder Malerei entstand.

Etwas Ähnliches wie die eben nachgewiesene Zweiteilung desKleinbaseler Totentanzes hat schon Massmann vermutet, aber nichtauf Grund der verschiedenen Malerei, sondern weil er davon aus-ging , dass nur die Zahl von 24 Paaren, die sich in den altendeutschen Handschriften findet, die ursprüngliche sein könne undfolglich alles, was darin fehle, aber in Klein-Basel vorkomme, nämlichdie No. 14, 22 35, dort nachträglich eingeschoben sei (No. 50,S. 8990). Dass diese Einschiebung an dem fertigen Gemäldevorgenommen wurde, also nach vorausgegangener Vernichtung allerPaare von 14 an, daran ist natürlich nicht zu denken; soll aber dieErweiterung vor dem Beginn der Malerei festgestellt sein, wie esMassmann ebenfalls für möglich hielt, dann handelt es sich eben garnicht um die von mir erörterte zweifache, zeitlich verschiedeneMalerei, sondern um Abänderungen der Textvorlage, worauf ichhier nicht weiter einzugehen brauche.

Burckhardt - Biedermann weist wiederum die Annahme einerverschiedenen ursprünglichen Malerei vollständig zurück; die besserenProportionen in der ersten Hälfte, No. 121, seien nur der Über-malung mit Ölfarbe (s. S. 68) zuzuschreiben (No. 4, S. 49). Ichkann aber diese kurze und sehr allgemein gehaltene Erklärung, diedoch nur auf einer blossen Vermutung beruht, keineswegs billigen.Einmal stehen nicht bloss die besseren oder schlechteren Propor-tionen der Figuren in Frage, sondern wesentlich ihre ganze Haltungund Auffassung, worüber Burckhardt überhaupt nichts bemerkt;und in dieser Beziehung gehört gar kein besonderes Auge fürKörperformen dazu, um zu erkennen, dass die Qualitätsunterschiededer Zeichnung nicht mit jenen beiden Hälften des Gemäldes(No. 121 und No. 2239) zusammenfallen, sondern dass sie die26 ersten Scenen oder zwei Drittel der ganzen Reihe von den letzten13 Scenen trennen (No. 126 und No. 2739), so dass die Über-malung der ersten 21 Bilder mit Ölfarbe den Unterschied nicht erstschaffen konnte. Sind doch der Waldbruder (Fig. 28) und dieJungfrau (Fig. 30) in Auffassung und Ausführung (Proportionen) mitdie besten Figuren der ganzen Reihe, obgleich sie in die zweite,nach Burckhardts Urteil geringere Hälfte gehören. Man beachte