DIE OBERDEUTSCHEN TOTENTÄNZE.
VIII.
DER TOTENTANZ VON KLINGENTHAL INKLEIN-BASEL.
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IN merkwürdiges Schicksal war diesem ältesten undehrwürdigsten aller uns bekannten Totentanzgemäldebeschieden. Der Raum, in dem es sich befand, warursprünglich das schwer zugängliche Innere einesFrauenklosters; daher blieb es anfangs ganz natur-gemäss verborgen und unbekannt. Dies änderte sich aber auchnicht, nachdem das Kloster Klingenthal im 16. Jahrhundert auf-gehoben war; denn bis zu seiner endgiltigen Zerstörung, um dieMitte unseres Jahrhunderts, hat das Klingenthaler Gemälde niemalszu den öffentlichen Denkmälern gehört und ist im allgemeinen ver-schollen geblieben. Seine Kenntnis verdanken wir ausschliesslichdem kunstliebenden Bäckermeister Büchel von Basel, der es 1768entdeckte und aus Interesse an dem „Altertum" kopierte, um „theilsdie Manier der alten Mahler, theils auch die Denkungsart unsererschon lange in Gott ruhenden Vorfahren vorzustellen".
In Basel werden drei Exemplare der BüCHELSchen Hand-zeichnungen des Klingenthaler Totentanzes aufbewahrt: 1) die ersteAufnahme und 2) eine saubere Kopie davon in der Kunstsammlung,3) ein weniger gelungenes Exemplar in der Universitätsbibliothek.Alle drei sind mit Aquarellfarben koloriert. No. 1 ist unmittelbarnach dem Original angefertigt; dies beweisen die zahlreichen Korrek-turen und Notizen über Farbe, Topographie und Ähnliches, sowie dieder Beschreibung entsprechende gröbere Zeichnung und Schattierung.