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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Eine besondere Erwähnung verdient noch eine verwandte Bilder-reihe in verschiedenen Livres d'Heures, die auch unter dem Nameneines Totentanzes geht (Langlois, Massmann), aber doch ganz anderenInhalts ist*). Es werden darin alsAccidents de l'homme" ver-schiedene Todesarten durch Unglücksfälle und Gewalt (Abels

Ermordung, Hinrichtungen u. Ä.) dar-gestellt, wobei eine daneben stehendeTodesgestalt ausserdem noch mit einemPfeil auf den Sterbenden zustösst, alsoden abstrakten Tod personifiziert (Fig. 14,15). Diese Bilder sind aus einem zu An-fang des 16. Jahrhunderts erschienenenBucheLes loups ravissants", entnommen(Langlois I, Anhang S. 60, II, S. 21, 143)und haben mit dem Totentanz nichts weitergemein als die in jener Zeit so überauspopuläre Darstellung des Todes überhaupt.Doch verdienen sie unsere Aufmerksamkeitin anderer Hinsicht: ihre Todesgestaltensind bereits in den Heures von 15 09 alswirkliche Skelette behandelt, freilich rohund flüchtig, aber doch unverkennbar. Ja,in diesen wie in den wenig jüngeren Heuresvon 1 51 5 (der Münchener Hof- und Staats-bibliothek) findet man auf dem Titel anStelle des bekannten Aderlassmannes ein etwas grösseres Skelett-bild, annähernd richtig gezeichnet und den gleichzeitigen erstenanatomischen Skelettbildern von Hela (1493) un d Schott in Strass-burg (1517) mindestens ebenbürtig, ohne sich jedoch irgendwie andas ältere HELASche Bild anzulehnen (Fig. 1618).

Fig. 18. Skelettbild aus den Heures

von 1515, nach dem Münchener

Exemplar.

::: ) Kopien beider Totentänze der Heures linden sich auch in der Pariser Ausgabe vonHolbeins Totentanzalphabet (No. 54), woher auch Fig. 14 und 15 stammen.