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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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des Patriarchen, des Ritters, des Bürgers, des Domherrn u. s. w. sindnicht etwa die besseren, wie man nach Wackernagel meinen sollte,sondern unbedingt die schlechteren. Ich kann mich also nicht über-zeugen, dass das Gemälde durch Übermalung und Erneuerung desfrüher Vorhandenen sich in einigen Teilen wesentlich und gar zu seinemVorteil verändert und dadurch in zwei ungleiche Hälften gesondert hätte.

Dagegen scheinen mir allerdings die verschiedenen Teile desGemäldes in zwei Gruppen zu zerfallen, die nicht nur zeitlich, sondernauch nach ihrer Auffassung und Darstellung getrennt voneinanderentstanden. In die erste Gruppe gehören: der Totentanz vom Papstbis an den Bischof (erste Wand), dann vom Lehrer bis zum Bürgereinschliesslich (zweite Wand) und vom Jüngling bis an den Eremiten(dritte Wand), endlich die beiden Prediger auf dem ersten und viertenPfeiler. In diesen fünf getrennten Abschnitten sind alle Figuren mitFarben und Schattierung fertig ausgeführt gewesen und stimmenauch wesentlich mit der üblichen Vorstellung eines Totentanzes über-ein (Fig. 13). Hervorzuheben wäre hier nur, dass die aneinandergereihten Paare gar nicht wirklich alle oder auch nur zum grösstenTeil so innig verbunden sind wie die Doppelpaare der Pariser Dansemacabre, dass sie aber durch das enge Zusammenrücken doch einenfortlaufenden geschlossenen Reigen vortäuschen; dass ferner dieLebenden durch ihre gebeugte, oft schlaffe Haltung sowie durch diegeschlossenen Augen den Eindruck von Sterbenden machen.

Die zweite Gruppe bilden: Adam und Eva, der musizierendeMönch und der erste Tote (erster Pfeiler), der Bischof und der Edel-mann mit zwei Toten (zweiter Pfeiler), der Wucherer und der Arztmit ihren Toten (dritter Pfeiler), der Waldbruder und die Gruppeder Unbenannten mit ihren Toten (vierter Pfeiler). Alle diese Ge-stalten der zweiten Gruppe, die sich ausschliesslich auf den Pfeilernbefinden, sind nicht nur beinahe durchweg beschädigt, was sich durchden unvollkommenen Malgrund von blossen Steinen erklärt, sondernauch ohne Schattierung*), einige bloss skizziert, ohne Andeutung einesBodens, in verschiedenem Niveau und verschiedener Grösse angelegt,was jedenfalls beweist, dass sie nicht gleichzeitig mit der erstenGruppe entstanden. Noch bezeichnender für ihre Sonderstellung istder Umstand, dass sie entweder gar nicht zum Totentanz gehören

Ob auch ohne Farbe, ist aus Jukinal leider nicht zu ersehen.