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Die geschilderte Verbindung der beiden Paare jedes Bildesist wahrscheinlich eine Reminiscenz an das Schauspiel, an den Ver-kehr des einen Todes mit allen Lebenden, was in anderen Toten-tänzen in einem einzigen Kettenreigen zum Ausdruck kam. Dieswar freilich inhaltlich überflüssig, nachdem jene fortlaufende Hand-lung im Gemälde durch die Unterhaltungen der einzelnen Paareersetzt war, ist aber offenbar durch die Absicht motiviert, demBilde den Eindruck der Einheit zu erhalten. Der nicht un-geschickte Pariser Maler verfuhr jedoch künstlerischer als seineNachfolger, indem erden Reigen durchdie Einrahmungender fünfzehn Bilderregelmässig unter-brach : es geschahoffenbar, um diekleineren Gruppenfreier gestalten zukönnen und so dieermüdende Gleich-förmigkeit des Rei-gens zu beseitigen*).Daher finden sichauch manche Aus-nahmen von derbeschriebenen An-ordnung : auf demzweiten Bilde sind
beide Paare — Papst, Kaiser — getrennt, und auf dem elftenund sechzehnten Bilde befinden sich, wie schon erwähnt, fünfPersonen. Der arme Mann, der beim Wucherer Geld leiht, dientbloss zu dessen Charakterisierung und nimmt am Totentanz selbstnicht teil (Fig. 6); er kann daher auch nicht im Schauspiel vor-gekommen sein, sondern ist eine Erfindung des Malers (Seelmann,S. 22). Auf dem sechzehnten Bilde schliesst als fünfte Person wieder
Fig. 6. Wucherer aus der Pariser Danse macabre,nach Le Roux de Lincy et Tisserand.
) Wessf.ly spricht von demselben Gemälde als von „einer unterbrochenen Reihe, je einPaar unter einer Arkade stehend" (S. 43). Er hat also offenbar keine der zahlreichen Reproduktionenoder Beschreibungen der Danse macabre vor Augen gehabt.