im 14. Jahr-
7. No. 20256.;hte der Trachtahrhundert bis
rodes und desLunst. 1876.icin und ihrervom Jahr 1497;burg 1885.: Zeit. Leipzig
Geschichte der
EINLEITUNG.
ER Holbeins „Totentanz" zur Hand nimmt und auchnur flüchtig durchblättert, wird sich dem Eindrucknicht entziehen können, dass „in diesen kleinen Blätterneine Welt von Gedanken und Beziehungen mithöchster Meisterschaft zusammengefasst ist". Dieseüberquellende Fülle echt künstlerischer Darstellung hat auch nach Jahr-hunderten ihren Reiz nicht eingebüsst, und immer wieder tönt HolbeinsLob, so oft nur der Name Totentanz genannt wird. Und doch istder Gegenstand dieses seines Meisterwerks nicht das, was man untereinem Totentanz versteht. Mehr als einmal ist von massgebenderSeite darauf hingewiesen worden, dass Holbein, obschon er an denalten Totentanz anknüpfte, dessen traditionelle Gestalt so völlig um-wandelte, dass davon nichts übrigblieb als die Darstellung des Todesselbst — Bilder des Todes, Imagines mortis, wie der Titel der altenAusgaben lautete.
So einfach liegt nun die Sache nicht. Selbst ein flüchtigerBeschauer wird bei manchem Bilde des HoLBEmschen Cyklusvergeblich nach einer Erklärung suchen, wenn er die mittelalter-lichen Totentänze nicht kennt, aus denen Holbein schöpfte. Diebildliche Veranschaulichung des Todes als eines Gerippes ist unsfreilich so geläufig, dass jedermann unbedenklich die eigentümlichenTotengestalten Holbeins in diesem Sinne ansprechen wird. Wasbedeuten aber die Musikinstrumente, auf denen so viele dieser Ge-stalten spielen, was ihr gelegentliches Springen und Tanzen, was be-deutet vor allem das „Beinhaus" genannte Bild mit der grossen Zahlvon musizierenden Gerippen, die zu einem konkreten Todesvorgangein gar keiner Beziehung stehen?
Goette, Holbeins Totentanz 11. seine Vorbilder. 1