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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Erbieten ein, da es wenigstens eine Klärung der Lage versprach. Dochwurde nach keiner Richtung etwas erreicht. In der Hauptangelegeu-heit hatten die am 19. August in Köln eintreffenden kleve-märkisehenund jülich-bergischen Räte, da sie weder von Pierzog Karl noch vonErzbischof Ruprecht mit öffentlichem Auftrag versehen waren, eigent-lich nichts zu bieten, als die Versicherung der Bereitwilligkeit ihrerHerren, in Person zu Düsseldorf zwischen den Parteien zu verhandeln.Den Herzog von Burgund werde man für diesen Vorschlag zu gewinnensuchen. Kapitel und Stadt antworteten ablehnend. Immer wieder wirdbetont: die Sache liegt in der Hand von Papst und Kaiser. Die am23. August im Minoritenkloster abgegebene endgültige Erklärung derVertreter der Stadt scbliesst damit: nach allem, was vorgefallen, kannKöln als freie kaiserliche Reichsstadt sich mit dem Herzog von Burgundnicht zu Tage geben und die Seinigen nicht hierzu nach Düsseldorfschicken, solange der Herzog vor Neuss, das wegen des Stiftes Kölndem Reiche verwandt und in den Schirm der beiden Obersten derChristenheit gestellt ist, feindlich liegen bleibt und Kölner Bürgern Leibund Gut beschwert hält. Wird beides abgestellt, so wird Köln gütlicheVermittelung annehmen, vorbehaltlich der päpstlichen und kaiserlichenObrigkeit 40 «).

Die Schiedsversuche der Herzöge hatten ihren guten Grund inder unhaltbaren Lage, in der sie selbst sich befanden. Noch hofftensie zu vermeiden, sich dem Burgunder förmlich anschliessen zu müssen.Von Herzog Gerhard erwartete man, wie der Frankfurter Gesandte itiKöln, Walther von Schwarzenberg der Junge, Ende August schrieb,dass er bei genügendem Zuzug selbst helfen werde, Herzog Karl ausdem Felde zu treiben. Aber jetzt dürfe er nichts thun, er würdedarüber verderben 407 ). Ohne Beistand aus dem Reiche dem mit seinemHeer inmitten ihrer Gebiete stehenden Burgunder auf eigene Faust sichzu widersetzen, konnte den am Stiftsstreit zunächst unbeteiligten benach-barten Fürsten und Städten nicht wohl zugemutet werden. Der grosseKriegsplan der Kurfürsten von Mainz und Brandenburg, von dem nach-her die Rede sein wird, hat die Gebundenheit jener Stände durchausanerkannt. Auf wiederholte Anforderungen Karls hin mussten sie viel-mehr immer neue Zugeständnisse machen. Vor allem konnten sie, um

406 ) Erklärung Kölns Aug. 23 (sehr ausführlich], Burgund. Brief b. Bl. 45Köln an Strassburg Aug. 29, Briefb. 30 Bl. 171.

407 ) Bericht Scbwarzenbergs Aug. 27 Köln, Wülcker S. 22.