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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
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ihm haben solle 395 ). In Köln, wo sieh die Rüstungen immer mehr ver-vollständigten, traf am 9. August vom Kaiser wenigstens ein allgemeinesVersprechen ein, auf Widerstand bedacht sein zu wollen. Bis dahinsolle man sich nach Vermögen in die Dinge schicken und dem un-billigen Vornehmen Herzog Karls nicht nachgeben 396 ).

Weit wirksamer aber war das Bekanntwerden der Briefe, welchePapst Sixtus am 7. Juni in Sachen des Kölner Stiftsstreites hatte aus-gehen lassen 397 ). Sie verkündeten volle Übereinstimmung der beidenHäupter der Christenheit. Der Papst ersuchte den Kaiser um Schlich-tung der Streitigkeiten im Erzstift Köln, unter ausdrücklicher Miss-billigung des Verhaltens Erzbischof Ruprechts. Er teilte dies Ersuchenden Parteien sowie dem Bischof von Fossombrone mit. Dessen Ver-mittlerrolle war ausgespielt, er erhielt Befehl, sich zum Kaiser zu ver-fügen und ihn anzufeuern. Von dem Domkapitel und von den Edelenund Vasallen der Kölner Kirche wurde Gehorsam für den Kaiser ge-fordert. Erzbischof Ruprecht aber bekam lebhaftesten Tadel. Es seiihm doch bei schweren Strafen verboten gewesen, Schlösser und Gebieteder Kölner Kirche zu veräussern; kaum glaublich sei es, dass er dieseBefehle verachte, in offener Feindschaft gegen Kapitel und Stände seinesStiftes die Waffen weltlicher Fürsten zu Hülfe rufe und diesen dafürKirchenbesitz übertrage. Die dem Erzbischof anvertraute Kirche laufeGefahr, aus seiner freieu Braut zur Magd Fremder zu werden. Daserklärte der Papst nicht dulden zu können. An Herzog Karl von Bur-gund insbesondere erging das strenge Verbot, eine der Parteien im Erz-stift Köln zu unterstützen, daselbst sein Wappen anzuschlagen oder seinBanner aufzupflanzen, Besitzungen des Stifts sich übertragen zu lassenoder soust irgend etwas zu thun, was den Frieden hindern könne. DerSchutz des Stiftes gebühre dem Papst, und der lasse ihn durch denKaiser ausüben.

Diese päpstlichen Schreiben bedeuteten eine nicht geringe Stärkungder Partei des Kapitels. Im Namen Landgraf Hermanns und der Land-stände des Erzbistums wurden Abschriften verbreitet und dem VorgebenHerzog Karls, er habe seinen Kriegszug auf Befehl des Papstes uuter-

395 ) Wülcker S. 71 und 72, Berichte nach Frankfurt Aug. 3 und 5 Köln.

396 ) Juli 28 Augsburg, Antwort auf das Hülfegesuch von Juli 16;Stadtarch.; Auszug Annalen 49 S. 15.

397 J Sechs päpstliche Schreiben von 1474 Juni 7 Rom; Stadtarch.,Burgund. Briefb. Bl. 29 ff. Vgl. Annalen 49 S. 9 (in dem Auszug lies Zeile 2v. u 'impedire') und Mitteilungen 25 S. 354,