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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Gebot des Kaisers gewiss nicht unwillkommen. Sie hat es alsbald demHerzog wie dem Erzbischof gegenüber sich zu Nutze gemacht. DemHerzog antwortete sie am 29. Juli ausführlich, höflich und bestimmt. Siedankte ihm für früher bewiesene Gunst und sprach herzliches Bedauernüber die Stiftsstreitigkeiten aus. Den Erzbischof habe sie immer alsden Herrn der Kölner Kirche behandelt, sie habe ihm in seinen NötenGeld vorgestreckt, ohne es wiederzuerhalten, und würde ihm gern weitereEhre erwiesen, auch den Einritt gewährt haben, aber er habe sich inden letzten Jahren der Stadt wie seinem Kapitel entfremdet und fügeder Stadt täglichen Schaden zu. Den Herzog halte Köln für einengrossen und mächtigen, auch für einen ihm günstigen Fürsten, aber vonseinen Beamten sei kraft eines herzoglichen Generalmandates, worinfreilich Köln nicht genannt gewesen, Kölner Bürgergut zu Antwerpenund anderswo aufgehalten worden, gegen Marktfreiheit und Erbeinung,ohne Warnung. Die Domherren und ihren Anhang aus der Stadt zutreiben, gehe nicht an. Dieselben haben ihre Sache an Papst undKaiser gestellt, die sich ihrer angenommen haben. Köln schickt Ab-schrift der ihm gewordenen kaiserlichen Gebotbriefe. Dass es sich rüstet,dazu zwingt die Not der Zeit; es getraut sieb, unverschuldetem Über-fall zu widerstehen und das Verhalten der Stadt vor Gott, Papst, Kaiserund aller Welt zu verantworten 378 ).

Als Herzog Karl diesen Brief im Lager vor Neuss erhielt, hatteer sich bereits überzeugt, dass er hier vorläufig nicht von der Stellekam. Es wird erzählt, Erzbischof Kuprecht habe gedacht, drei Tagenach Ankunft der Burgunder werde man ihm die Schlüssel von Neussentgegenbringen 379 ). Aber als er am 1. August im Lager eintraf, umHerzog Karl zu begrüssen, bei dem er dann eine ganze Woche verweilthat 380 ), konnte er mit eigenen Augen sehen, dass er seine Feindeunterschätzt hatte. Man hätte deshalb gern die Hauptstadt Köln, umsie an thätigem Eingreifen zu hindern, noch durch Verhandlungen hin-gehalten; der Herzog erbot sich, ihr mündliche Antwort bringen zuzu lassen. Aber auch hierin ging es ihm nicht nach Wunsch; die Stadtlehnte ab: sie habe bei der jetzigen Unsicherheit der Strassen nichtMacht, das für den burgundischen Abgeordneten (den Scholaster vonSt. Servatius zu Maastricht) verlangte Geleit zu geben. Das war am

378 ) Stadtarch., Briefb. 30 Bl. 147 und Burgund. Briefb. Bl. 42.

379 ) Janssen II 1 S. 351 Nr. 490, Bericht des Frankfurters Waltbervon Schwarzenberg Aug. 23 Köln.

3S0 ) Siebe Lenglct II S. 214.