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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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und Gartenzäunen zur Abwehr eingenistet. Die drei burgundischehHaufen vereinigten sich zu einer mächtigen Masse, in voller Wuchtstürmte sie an, aber ein Hagel von Geschossen überschüttete sie, sieprallte zurück. Der Kämpf währte längere Zeit. Reiterei der Neusser,obgleich gering an Zahl sie sollte nur den Feind in den Bereichder Pfeile locken, griff von den Seiten ein. Mit bedeutendem Ver-lust zogen die burgundischen Reiter ab. So tollkühne Tapferkeit hatteder Herzog nicht erwartet. Es wird erzählt, dass er in diesem Augen-blick den festen Vorsatz gefasst habe, die Stadt zu vernichten. Ermusste sich zu förmlicher Belagerung entschliessen, mit der es abernicht so schnell gehen konnte, da er noch nicht recht darauf einge-richtet war. Vorläufig wurde das Heer um die Stadt hin verteilt; erselbst nahm am 30. Juli Quartier beim Oberkloster s75 ).

Der vor dem Aufbruch von St. Gerlach an Köln gerichtete Briefdes Herzogs war ganz in dem ihm eigenen listigen Ton gehalten. Karlerinnerte an seines Vaters und sein eigenes Wohlwollen für Köln undsetzte auseinander, infolge seines Bundes mit Erzbischof Ruprecht undPfalzgraf Friedrich und auf deren wie auf des Papstes Verlangen habe erden Erzbischof mit den Domherren und anderen Untersassen zu sühnengesucht, besonders auf dem Tage zu Maastricht vom 20. Mai; da ihmdies nicht gelungen, sei er verpflichtet, Ruprecht Hülfe zu leisten. DieStadt Köln jedoch wolle er nicht feindlich behandeln, wenn sie demErzbischof Gehorsam beweise, ihn den Herzog gemäss seinem Vertragmit dem Erzbischof aufnehme und die Widersacher aus der Stadt ent-ferne :i7(i ). Nach allem, was voraufgegangen war, konnten solche Wortein Köln keinen Eindruck machen. Es hätte des neuen Gegengewichtesnicht mehr bedurft, dass eben jetzt Heinrich von Hessen, der noch inKöln weilte, den Gebotbrief Kaiser Friedrichs vom 29. Juni einreichte,worin bei Strafe anbefohlen war, den Landgrafen in Ausübung desihm übertragenen Reichschutzes für das Kölner Stift zu 'unterstützen.In einem Beischreiben erklärte der Landgraf sich bereit, zur Erfüllungdes kaiserlichen Auftrages sein möglichstes zu thun, wenn die Stadt ihmdabei helfen wolle 377 ). Der Stadt kam, wie die Verhältnisse lagen, das

3!5 ) Alles dies Magnum chronicon S. 414 f. Vgl. Wierstraat Vers 41 ff.(Städtechr. 20 S. 511 ff.).

376 ) Juli 25 Lager bei Valkenburg; Stadtarch., Burgund. Briefb. Bl. 41.Aus einer gleichzeitigen kölnischen Übersetzung ein Auszug Annalen 49 S. 12.

377 ) Juli 26 Köln, praes. Juli 27; Stadtarch., Briofeing. und Burgund.Briefb. Bl. 32v. Es scheint danach, dass überhaupt erst jetzt die kaiser-lichen Briefe zur Ausgabe gelangten. Vgl. oben S. 78 mit Anm. 346.

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