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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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goldenen Geschossen uneinnehmbar geglaubte Plätze bezwang 321 ). InKöln wusste man nicht anders, als dass Herzog Karl noch einmal einegrosse Gesandtschaft in Stift und Stadt schicken wolle 322 ). Da tauchtenseit Ende Juni neue drohende Gerüchte auf, wonach au verschiedenenPunkten starke Scharen Gewaffnetcr sich sammelten, mit denen HerzogKarl in kurzen Tagen an den Rhein kommen wolle; am 25. Juli wolleer vor Neuss, dann vor Bonn, dann vor Köln erscheinen. Vom Königvon Frankreich habe er nichts zu befürchten 323 ). Durch Hörensagenerfuhr man, dass der Plan der neuen Besendung des Stiftes aufgegebensei, und dass der Herzog Gewaltmassregeln ergriffen habe, durch dieer besonders die Hauptstadt Köln zu Unterwürfigkeit zu zwingen, Zwie-tracht unter ihren Bürgern zu erwecken und Geld von ihnen zu erpressenhoffe 32 ' 1 ). Ein Erlass des Herzogs, der am 2. Juli im Kölner Rat zurKenntnis gelangte, bestätigte das; er machte allen Zweifeln, was manfortan von Herzog Karl zu erwarten habe, ein Ende.

Am 22. Juni, dem Tag seines Aufbruches von Luxemburg, hatteder Herzog diesen Erlass in die verschiedenen Provinzen des burgun-dischen Reiches ausgehen lassen 325 ). Überall sollte verkündet werden,dass fortan niemand irgendwelchen Handelsverkehr treiben dürfe mit denaufständischen Untersassen Ruprechts von Köln, so wenig wie mit denUntersassen Sigmunds von Oesterreich, mit den der burguudischen Herr-

321 ) Maguum chronicon S. 411. Vgl. S. 410 über die Wappen.

322 ) Die Stadt gab Juni 24 das erbetene Geleit für Bernhard von Ram-steil], Balduin von Launoy, Heinrich von Penvez, Friedrich und Wilhelm vonEgmoud, Dietrich von Burtscheid, Dietrich und Anton von Palaut, GerhardVurry und Nikolaus Ruyter, zu 80 Personen, auf einen Monat; siehe Annaleu 49S. 157. Landgraf Hermann beschwerte sich Juli 1 durch Gerlach von Breitbachüber die Geleitserteilung au Ramstein; Stadtarch., Memorialb. Bl. 36 (Juli 2).

323 ) Memorialb. Bl. 34v (Juni 28), die Stelle gedr. Annalen 49 S. 162 f.(163 Zeile 1 lies 'domicellus Moersensis avisavit eos'); Köln an Wilhelm vonJülich (mangelh. Auszug Annalen 49 S. 9) und an Johann von Trier Juni 28,Stadtarch., Briefb. 30 Bl. 129v und 130. In Oberdeutschland meinte maudamals sogar, der König von Frankreich werde dem Herzog von Burgundeinen grossen Zuzug leisten. Der Herzog werde zunächst dem Erzbischofvon Köln zu Hülfe kommen, dann mit dessen und des Hauses Bayern (-Pfalz)Hülfe in das Elsass ziehen: Schreiben aus Metz, Juni 22 von Strasshurg anKolmar mitgeteilt; Witte a. a. 0. S. 41.

324 ) Memorialb. Bl. 35v (Juli 2).

325 ) Karl an Flandern, gleichz. Ahschr. Köln. Stadtarch., Burgund.Briefb. Bl. 37; au Brabant, ebenso Bl. 36; an Holland, Seeland, Friesland,erwähnt bei Scheitemi, Inventaris van het Amsterdamsche Archief I S. 48.