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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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konnte gar nicht schroffer ausfallen: er hat sich seinen Gegnern in jederForm zu Recht erhoten, diese aber haben sich gegen ihn, ihren gesetztliehen Oberherrn, iu frevelhafter Weise empört. Da hat er sich, siezu strafen, nach Beistand umgesehen und ihn bei seinem Oheim vonBurgund gefunden. Jetzt kann den Übelthätern nur noch seine Gnadefrommen. Der Rat aber, schon vielfach gemahnt, mag endlich aufhören,die Empörer zu begünstigen und zu hegen, und mag diejenigen strafen,die Herzog Karls Wappen beschimpft haben 228 ).

Wie der Rat an den Erzbischof, wendeten sich die Domherrenan den Herzog. Sie klagten ihm, zu Köln am 19. März, dass Stephauvon Oarin sich viele und schwere Forderungen offenbar über seinenAuftrag hinaus erlaube; überhaupt sei zu fürchten, dass dieser Auf-trag auf zu ungünstiger Auskunft über ihre Partei beruhe. Sie batendeshalb, sie zu hören und den Gesandten, die sie gern schicken wollten,Geleit zu gewähren 229 ). Was hiervon zu erwarten sei, des lieferteein trübes Bild das immer rücksichtslosere Auftreten der Parteigängerund Abgesandten des Herzogs, die dem Herold nach und nach ingrosser Anzahl in das Stift folgten 23 °). Der Ritter von Ramstein undder Sekretär Ruyter betonten in Köln, wo sie ihre Beglaubigung am25. März überreichten, dass auf wiederholtes Hülfegesuch des Erzbischofsgegen seine unbotmässigen Unterthanen der Herzog schon früher Ge-sandte geschickt habe und gern vermittelt hätte, wenn man auf ihngehört; das sei aber nicht geschehen. Wie jene beiden, und zwar inGegenwart von Ruprechts Kanzler Dr. Johann von Eynatten, so forder-ten auch Graf Dietrich von Manderscheid und der Präsident Vurry vonder Stadt geradezu Unterstützung des Erzbischofs gegen seine Feindeund Verjagung der Domherren und ihrer Zuhälter. Ramstein undRuyter erlaubten sich selbst vor dem päpstlichen Legaten gar scharfeReden und hochmütige Worte gegen Rat und Gemeinde von Köln. AufEntschuldigungen wegen der Wappenangelegenheit erklärte Ramstein,Herzog Karl wisse ganz genau, wie die Sache liege und habe ihm undanderen bestimmte Befehle gegeben, denen er nachkommen müsse. Er

228 ) März 19 Brühl, praes. März 19; Stadtarch., Briefeing.

229 ) Bekannt aus der Antwort von Apr. 16, siehe unten.

23 °) März 21 gab Köln dem Junggrafen Dietrich von Manderscheid,Herrn Eberhard von Aremherg, Herrn Wilhelm von Egmond, JungherrnFriedrich von Egmond und Ritter Bernhard von Ramstein als Räten undFreunden Herzog Karls Geleit bis Juni 24 für sie und die Ihrigen bis auf50 Personen; Annalen 49 S. 156.