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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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beiden wenig erbaut waren. Unter den Dingen, die die Spannung undTrennung bewirkten, stand die pfälzische Angelegenheit mit obenan.Sehr glaublich ist, was berichtet wird, dass der Kaiser den gehasstenPi'alzgrat'en durch einen Bund mit dem Herzog habe treffen wollen,Karl aber hierzu nicht zu haben gewesen sei. Im Gegenteil habe ersich des Pfalzgrafen, seines alten Genossen, lebhaft angenommen, hier-von aber wieder der Kaiser nichts hören wollen. Das habe viel dazubeigetragen, sie zu veruneinigen. Es wird erzählt, als der Kaiser fürden Grafen Vincenz von Mors gebeten 170 ), habe der Herzog erwidert:so viel meine Bitte für meinen Bruder, den Pfalzgrafen, verfangen hat,so viel soll euere Bitte dem von Mors helfen. Man sah die pfalzgräf-lichen Bäte und mit ihnen auch die kölnischen stets beim Herzog ineifriger und heimlicher Beratung. Sorge vor grossem Aufruhr er-hob sich 171 ).

Es geschah nach all dem offenbar im vollsten Gegensatz zu Her-zog Karl, dass nun Kaiser Friedrich alsbald den Rhein hinab nach Kölnfuhr, um die Beilegung des Stiftsstreites in seine Hand zu nehmen, unddass er wiederum, wie vor der Trierer Zusammenkunft, verhüten zuwollen erklärte, dass eine der Parteien dem Burgunder zufalle. SeineAbsicht war dementsprechend auf wirklich unparteiische und ehrlicheVermittelung gerichtet. Deshalb sprach er sein Missfallen aus, als ihmin Koblenz gemeldet wurde, die Landgrafen lägen dem Erzbischof mitMacht vor seinen Schlössern und hätten das Feldgeschrei f ohn' Wider-wehr' 172 ). Der Belagerung von Linz, die ihn selbst nachher im Reichs-kriege so lange aufhalten sollte, machte der Kaiser damals durch seineDazwischenkunft ein schnelles Ende. Landgraf Heinrich, dem soebengerade Verstärkungen aus Hessen zuzogen 173 ), musste diese Vereitelungseines Unternehmens noch schmerzlicher empfinden, als er erfuhr, dass er zugleicher Zeit auch an anderer Stelle Schaden erlitten hatte: gegen einhessisches Grenzaufgebot, das während der Abwesenheit des Landgrafenin das kölnische Westfalen eingerückt war, hatten die Bürger von

17 °) Diesem hatte der Herzog bei Eroberung Gelderns sein Land mitweggenommen, weil Vincenz, von den geldrischen Ständen zum Landeshaupt-mann bestellt, sich der burgundischen Besitzergreifung widersetzt hatte, sieheKoelhoff S. 828.

m ) Bericht bei Chmel, Monumenta Habsburgica I 1 S. 51 f. und 53.

172 ) Bericht Eybs Nov. 28 Koblenz.

m ) Die 'Landknechte' des Amtes Spangenberg waren Nov. 19 nachLinz aufgebrochen, siehe Zeitschr. für hessische Gesch. IV S. 57 Anm. I.