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Schiedstages, zu dem er Gesandte zu schicken beabsichtige. Von Köln ■insbesondere verlangte Karl, dass es auf Erfordern des Legaten undjener Gesandten zu Beilegung des Streites oder wenigstens zu Verlänge-rung des Stillstandes und Zusammentreten des Schiedstages thätigmithelfe 161 ).
Die Stadt Köln war nach wie vor schlimm daran. Denn beideParteien lähmten ihren Handel durch mannigfache Belästigungen 162 ).Sie hauptsächlich trug die Last des doppelten Bonner Zolles. Vergeblichwaren immer dringendere Vorstellungen dieserhalb beim Erzbischof 163 ).Und Pfalzgraf Friedrich, den die Stadt bat, in diesem Punkt auf seineuBruder einzuwirken, erwiderte kurz, sein Bruder sei selbst ein regieren-der Fürst; Köln möge desseu Gegner nicht unterstützen und dem Erz-bischof wieder zu seiner Zollstätte iu Bonn verhelfen, dann werde dieneue Erhebung in Linz aufhören 164 ). Von Heinrich von Hessen aber, derinzwischen zu seinem Bruder Hermann nach Bonn gekommen war, trafau demselben Tage wie jener Bescheid Friedrichs das Gesuch ein, dieKölner Mitbesitzer des Bonner Zolles zu veranlassen, ihre Gefälle bisWeihnachten dem Landgrafen Hermann zu leihen. Dieser und er selbstwären wegen des Stiftes mit schweren Geschäften beladen und müsstenjetzt beide wieder Botschaft zu Kaiser Friedrich schicken, weshalb sieGeld bedürften. Und als Köln Hermann gegenüber, der dasselbe Verlangenschon früher gestellt hatte und den Brief Heinrichs durch abermaligeSendung von Räten unterstützte, dabei blieb, dass die betreffenden Be-sitzer aus Besorgnis um ihr Recht sich weigerten, half Hermann sicheigenmächtig, indem er einfach die Zollkammer schliessen und demWartspfenuig der Kölner das Nachsehen Hess 165 ). Monate lang ver-wendete Köln sich danu vergeblich für seine Rentner bei Bonn undbei dem Landgrafen. Dagegen schien allerdings dem neuen Linzer Zollnur eine kurze Dauer beschieden zu sein, da Landgraf Heinrich, vonder Kapitelpartei unterstützt, im November einen Kriegszug gegen Linzunternahm. Doch die Stadt, durch neu angelegte Verhaue geschützt,
161 ) Karl an Köln Okt. 14, Burgund. Briefb. Bl. 18.
162 ) Vgl. Hermann an Köln Nov. 4 Bonn, Ruprecht an Köln Nov. 13Brühl; Stadtarch., Briefeing.
163 ) Vgl. Ruprecht an Köln Sept. 28 und Okt. 17 Brühl; daselbst.1G4 ) Friedrich an Köln Okt. 30 Heidelberg, praes. Nov. 5; daselbst.165 ) Heinrich an Köln Nov. 4 Bonn, Hermann Nov. 4, beide praes.
Nov. 5, Briefeing.; Köln an Hermann Nov. 8 und 15, Briefb. 30 Bl. 71 und 74.