S132als Erzbischof weit weniger einzunehmen,als vorher, da er noch Domprobst zu Würz-burg gewesen war. Sein Vorfahrer Theo-dorich oder Dieterich der 2te Graf vonMörs, der unaufhörlich Krief führete, hattedie meisten Aemter, Schlößer, Herrschaftenund Städte, insonderheit die Stadt Linn,Kempen und Oerdingen mit ihren Zube-hörden und Zöllen an die gierigsten Wuche-rer verpfändet und an den Adel verschenket„ und von dem, was noch übrig ware, hatte„ selbst das Domkapitel, eh es Ruprech-u ten gewehlet, noch einen guten Theil ver-geben, so daß ihm allein das Schloß„ Poppelsdorff mit kaum 2000. Gulden„Renten übrig geblieben, von denen er4 den Erzbischöflichen Staat führen sollte.Natürlicher weise mußte dies Ruprechtenverdrießlich machen. Wirklich kam er beydem Domkapitel, den Landständen undbey der Stadt Kölln mit seinen gegründe-ten Beschwerden ein. Allein er ward ledig-lich auf die Kapitulation verwiesen, die erbey seiner Wahl beschworen und die dasDomkapitel, welches gleichsam wie Hübnersagt, die zukünftigen Unruhen voraus sah,1463. errichtet hatte.Wie Ruprecht sah,4, daß er sich hierinnen weder denen Dom-„ kapitularen, noch denen Landständen,die beede intereßirt waren, vertrauen konn-te,
Druckschrift
Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten