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[Textband] (1831) Sammlung schön blühender Gewächse Text
Entstehung
Seite
219
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Mantisia saltatoria.

Taf. 99.

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Diese Blüthenschafte sind bis gegen die Mitte mit aufrechten, anliegenden gestreif-ten glatten violetten Blattscheiden bedeckt, die in ein kurzes Spitzeben endigen; die oberedieser Scheiden ist etwas bauchig.

Von der Mitte an theilt sich der Schaft in mehrere einseitig-abstehende die Blüthentragende Aeste, so dafs der ganze Schaft als eine zusammengesetzte Blüthentraube zu be-trachten ist. Am Grunde der einzelnen Trauben und in der Nähe der Blüthen stehen grofseoval-längliche oder mehr eiförmige blafs violette glatte Dechblättchen. In den Winkeln die-ser Dechblättchen sitzen die ovalen sechseckigen glatten weifslichen Fruchtknoten, die mitdem Kelchrohr bekleidet sind, welches sich oberhalb desselhen in einen trichterförmigenstumpf- fünflappigen Saum erweitert. Aus diesem Kelche ragt ein dünnes weifses weich-haariges aufwärts gekrümmtes Blumenrohr weit hervor; der äufsere Blumensaum bestehtaus drei kurzen ziemlich gleichförmigen ovalen stumpfen und gewölbten Blättchen, von de-nen das obere mehr helmförmig ist und auf dem aufsteigenden Staubfaden ruht; der innereist aus zwei etwas höher eingehefteten seitlichen sehr schmalen und langen gekrümmtenBlättchen und aus der abwärts gebogenen breiten zweispaltigen Lippe gebildet; diese Lippeist schön gelb, wahrend alle andere Blüthentheile so wie die Deckblättchen von einer sehrglänzenden blafs violetten Farbe sind und man sieht deutlich, dafs sie aus zwei verwachsenenmit zwei Nägeln ansitzenden Blättchen besteht; sie rollt sich nach der Blüthe aufwärts. DerStaubfaden ragt weit hervor, ist fast spiralförmig abwärts gekrümmt und an seiner Spitzeauf jeder Seite mit einem flügeiförmigen Ansatz versehen, auf dem die beidengrofsen weifsen Staubfächer befestigt sind.

Der Griffel ist haarförmig weifs und kürzer als der Staubfaden, wenn dieser derLänge nach ausgestreckt ist. An seiner Basis stehen zwei kurze unfruchtbare Staubfäden.

Der Fruchtknoten ist sechseckig, einfächrig, mit drei an den Wänden ansitzenden,mit vielen Eierchen besetzten Saamenhaltern. Die Blüthen fallen so ab, dafs der untereTheil des Blumenrohrs in dem Kelch stehen bleibt.

Die Blätter Stengel kommen etwas später hervor, sie sind aufrecht, einen bisanderthalb Fufs hoch. Die nach zwei Seiten abstehenden Blätter sind wie die fest anliegen-den am Rande häutigen Scheidei; ganz glatt, lanzettförmig und in eine sehr lange und feineSpitze ausgedehnt.

Die Frucht kam bei uns nicht zur Ausbildung.

Vaterland.

Ost-Indien, in den Wäldern von Chittagong.

C u 1 t u r.

Diese schöne Pflanze, welche aus dem botanischen Garten zu Calcutta, zuerst in dieenglischen Gärten kam, kann bei uns nur im warmen Hause gezogen werden. Die im Win-ter ruhende Wurzel derselben, mufs im März in frische Erde, die aus einem Theil Torf