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und, wo dies nicht thunlich, doch immer die höher gelegenenStellen benutzt. Wo sich niedrige Hügel durch die Ebenen ziehen,sind die Strassen stets so gelegt, dass sie niemals von einer an-grenzenden Erhöhung beherrscht werden ; sie laufen entweder überdieselben oder in angemessener Entfernung davon. In den Ge-birgen, wo die Terrainschwierigkeiten zunehmen, treten auch dieEigentümlichkeiten in der Führung der Strassen entschiedenerhervor: während die heutigen Chausseen meist durch die Thal erlaufen, ist keine einzige dieser Strassen durch ein Thal geführt,sondern sie laufen alle ohne Ausnahme über die Höhen. DieThalübergänge sind ebenfalls möglichst vermieden, und wo siestattfinden, sind solche Stellen ausgewählt, wo sicli das Thal er-weitert und die Abhänge nur allmälig und sanft ablaufen: solcheStellen sind in der Regel zum Uebersetzen mehrer Strassen be-nutzt, die sich dann in der Thalsohle schneiden, und von dastrahlenförmig nach verschiedenen Richtungen über die Höhenweiterziehen. Wo aber der Uebergang über ein Thal mit steilenWänden geschehen musste, da sind die Strassen durch die Felsengebrochen, und werden an einer Seite, indem sie in Zickzacklinienhinansteigen, von den steilen Thalwänden begränzt. Wo dieheutigen Chausseen auf die alten Strassen gelegt sind, beobachtetman öfters, dass bei starken Bodenerhebungen die Chausseen dieseumgehen, und am Abhänge oder am Fusse derselben einherlaufen,während dagegen die alten Strassen geradeaus über die Höhenziehen, und daher sehr häufige und weit bedeutendere Steigungenaufzuweisen haben, als es bei den heutigen Landstrassen der Fallist. Vorzüglich sind es aber die hohen Wasserscheiden, die vondiesen Strassen durchzogen werden, und man kann annehmen,dass es kaum eine ausgedehnte Wasserscheide gibt, die nicht ihrerganzen Länge nach zu einer solchen Strassenanlage gedient hätte;der Forscher, der auf diesen Strassen einherwandert, geniesst da-her die ausgedehntesten Fernsichten, die ihn für manche Mühselig-keiten reichlich entschädigen J ).
Ich gehe zur Construction unserer Strassen über. DieUntersuchung lehrt, dass viele der alten Landstrassen Uebcrreste auf-zuweisen haben, die deutlich auf viel ältere Anlagen hinweisen.
! ) Bei den Römerstrassen der linken liheinseite findet diese strengeAuswahl des Terrains nicht in so hohem Grade statt.