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Wenn auch die bisherigen noch unvollkommenen Untersuchun-gen es nicht gestatten, alle in die Karten eingetragenen Strassenden drei genannten Kategorieen einzuordnen, so reichen dieselbendoch hin, um eine bestimmte Planmässigkeit in dem Laufedieser Strassen erkennen zu lassen, worauf namentlich der Um-stand hinweist, dass alle vom Rheine ausgehenden Strassen nachdem Innern Deutschlands allmälig zusammenlaufen, und keineinziger sicherer Fall beobachtet ist, wo eine solche sich in ihremLaufe in zwei Arme theilte. Auch gehen niemals von ein unddemselben Puncte am Rheine zwei oder mehre Strassen aus, umnach verschiedenen Richtungen in's Innere zu ziehen, sondernstets laufen die, manchmal in geringen Entfernungen über denFluss kommenden Strassen nach und nach in eine einzige zusam-men, die 6ich in ihrem ferneren Laufe nicht mehr in andere theilt.Dieses so ausnahmslos stattfindende Convergiren vom Rheineaus nach dem Innern scheint mir nicht bloss für einen allen diesenAnlagen zu Grunde liegenden gemeinsamen Plan zu sprechen)sondern auch von Wichtigkeit für die Frage über deren Bestimmung,worauf ich später wieder zurückkommen werde.
Die Lage der in Rede stehenden Strassen bietet eben socharactcristische Eigentümlichkeiten dar, wie der Lauf dersovien:es ist ein bekannter, oft wiederholter Satz, dass die Römerstrassenin möglichst geraden Richtungen über die Höhen geführt, und alleDefileen, soweit es anging, vermieden wurden. Allein wenig be-kannt dürfte es sein, mit welcher ängstlichen Sorgfalt die Auswahldes Terrains bei Anlage der Strassen des rechten Rheinufersstattgefunden, um zu verhindern, dass diese Strassen irgendwovon dem nahegelegenen Boden dominirt wurden, und es ist nichtwenig überraschend zu seilen, wie in dem ganzen Strassensystem,soweit es bis jetzt untersucht ist, kein auch noch so kleiner Theilzu finden ist, der von seiner Umgebung überhöht ist. Da dieStrnsscnrichtungen in die Generalstabskarten, welche die Terrain-verhältnisse genauer angeben, als es durch Beschreibungen ge-schehen kann, eingezeichnet sind; so kann ich mich hier auf dieHervorhebung der wesentlichern Puncte beschränken.
Wo die Strassen über niedrig gelegene Ebenen geführt sind,ist das Terrain so gewählt, dass alle Sumpf- und Bruchgegendensorgfältig vermieden wurden; auch sind solche Strecken möglichstvermieden, die dem Inundationsgebiete des Rheines angehören,