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Die Kapelle 'Klein-Jerusalem' bei Neersen
Entstehung
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69nziehen. So erklärt sich auch der ungemein großeEindruck, den diese Büßer bei ihrem ersten Auftretenallgemein hervorriefen.In Deutschland zeigten sich solche Schaaren vonFlagellanten zuerst im 14. Jahrhundert unter ähn-lichen Verhältnissen. Im Beginne des 14. Jahrhun-derts, bei politisch und religiös zerrissener Zeit,herrschte tiefer sittlicher Verfall; furchtbare Drang-sale, die von Vielen als Strafen Gottes angesehenwurden, suchten zugleich die Länder Europa's heim,vor allen anderen das deutsche Reich. Im Sommer1338 waren ungeheure Schwärme von Heuschreckenerschienen, welche wie Gewitterwolken die Sonne ver-finsterten und sich schon von ferne durch ein großesGeräusch ankündigten, so daß Vögel und Wildthieresich scheu vor ihrem Daherrauschen verkrochen. Na-mentlich Ungarn, Polen, Schlesien und Oesterreichhatten darunter viel zu leiden. Dazu kamen in denJahren 1338 und 1345 gänzliche Mißernten. Am25. Januar 1348 war ein großes Erdbeben, dasüber einen großen Theil Europa's sich verbreitete.Im folgenden Jahre, 1349, breitete sich von Italienher eine große Pest unter den fürchterlichsten Verhee-rungen über Deutschland und Frankreich aus. Ineinzelnen Städten zählte man die Todten nach Tau-senden, welche dieser Pest erlegen sind, die man denschwarzen Tod nannte. Unter solchen allgemeinenBedrängnissen zog im Sommer 1348 eine Schaarvon ungefähr zweihundert Flagellanten oder Geißel-brüdern in Oberdeutschland umher, in Speyer, Straß-burg und auch in Bonn. *) Voran gingen einige*) Im Anfange des 15. Jahrhunderts sind solche Fla-gellantenschaaren auch nach Viersen gekommen, wo sievertrieben wurden und ihr Kreuz in der Kirche zu-rückließen. Vergleiche:Herrlichkeit und Stadt Vier-sen von Oberpfarrer Schröteler.