66nund Straßen, unter anderen zu der Landstraße nachGladbach, zu welcher aus der Umgegend ringsumherschwere Eichbäume geliefert werden mußten, die indie sumpfige Erde gelegt und auf welche der Grundzu der Landstraße aufgeschüttet wurde.Schon seit 1794 hielten die Franzosen diese Ge-gend besetzt. Im Jahre 1801 kam durch den Lüne-viller Frieden das ganze linke Rheinufer an Frank-reich, und die Franzosen nahmen alsbald Besitz vondiesem Lande. Neersen gehörte nach der 1798 er-folgten französischen Landeseintheilung zum Arrondis-sement Crefeld, Departement de la Roer. Es waranfangs Cantonal=Ort. Zum Canton Neersen ge-hörten elf Bürgermeistereien (Mairien): Gladbach,Obergeburth, Oberniedergeburth, Unterniedergeburth,Willich, Schiefbahn, Kleinenbroich, Kleinkempen, Cor-schenbroich, Liedberg, Süchteln. Bald aber verlorNeersen diese bedeutende Stellung, denn 1802 wurdeGladbach Cantonalort und Neersen einfache Bürger-meisterei des Cantons Gladbach.Die Klöster wurden 1802 aufgehoben und ihresämmtlichen Güter vom Staate eingezogen. Auch dieKapelle Bet=Jerusalem ward mit ihren zugehörigenHäusern und Ländereien als Staatsgut von den Fran-zosen in Besitz genommen und wie die Klostergüterverkauft. Unsere Kapelle kaufte am 15. Brumairedes Jahres XII. nach republikanischer französischerZeitrechnung, d. i. im Jahre 1804, Daniel Bramerzzu Aachen für tauſend Francs, und dieſer verkauftesie im selben Jahre unter'm 11. Frimaire an JohannJ. L. Lefort, Domainen=Empfänger in Viersen. Vondiesem kaufte sie der Kaufmann Paul Preyer daselbstund dieser verkaufte sie laut Akt vom Notar B. Sche-rer dem Wirthe Heinrich Becker in Neersen mit allenAppertinentien und Dependentien (mit Allem wasdazu gehörte), so wie Preyer sie am Tage vorher
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