56Rektor Kneusgen verzichtete indeß im Jahre 1762freiwillig auf die Rektoratsstelle und starb als Stifts-herr in Kaiserswerth 1763. Aus seinem Testamente,das er 1762 zu Kaiserswerth errichtet hat, ergibtsich, daß er die Kapelle doch günstig bedacht hat. Ervermachte 50 Rthlr. zu nöthigen Anſchaffungen, ſo-dann für ein Anniversar die Gelder, welche der Amts-verwalter Vasmer herauszugeben verurtheilt war; erhatte schon aus seinem eignen Gelde über 500 Rthlr.zu der Kapelle und zum Rektoratshause für eine neueScheune verwandt, sowie 300 Rthlr. zu dem neuan-gelegten Garten vor der Kapelle. An die Schule zuBet-Jerusalem vermachte er 25 Rthlr., deren Zinsendem Lehrer zukommen sollten, der für ihn den Rosen-kranz Freitags und Samstags zu beten habe.Nachdem Kneusgen sein Amt an der Kapelle nie-dergelegt hatte, wurde Gregor Hahn, auch Dahnergenannt, aus Veurath, früher Kaplan in Willich,Rektor der Kapelle am 6. September 1762. Er bliebes bis 1771. Nachher wurde derselbe Pastor inOrsoy am Rhein. Nachdem der Erzbischof ihn vonder Kapelle versetzt hatte, wurde die Obsorge für die-selbe und die Abhaltung des Gottesdienstes daselbstdem damaligen Pastor Placidus Stütz in Anrathübertragen, sodann dem zeitigen Guardian des Klostersder Minoriten in Neersen unter'm 21. Dezember 1771einstweilen übergeben, und am 4. Januar 1772 hiel-ten die Patres Gottfried Heinen und R. Büscher zu-erst Gottesdienst in der Kapelle. Das Minoriten-kloster in Neersen war eine Filiale des Klosters inKempen. Zu der Zeit war Athanasius ObladenGuardian im Neerseuer Kloster. Seitdem ist, bis zurAufhebung des Klosters durch die Franzosen, fort-während und beständig die Kapelle vom Kloster be-dient worden, da dieselbe mittlerweile in den Besitz
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