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Die Kapelle 'Klein-Jerusalem' bei Neersen
Entstehung
Seite
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55gen geklagt auf Betreiben eines Johann Brügger,der, wenn auch entfernt, noch zur Vinhoven'schen Fa-milie gehörte, und ein Sohn des Christian Brüggerund der Trina Zellen war, welche 1706 den Wie-denhoff übernommen hatten. In der Klage gaben siean, daß Kneusgen die Kapelle vernachlässige; zugleichbemerkten sie, daß Kneusgen nicht rechtmäßiger Rek-tor sei, da er nicht von der Familie Vinhoven vor-geſchlagen worden, welcher doch noch das Patronats-recht zustehe, da nicht alle Familienglieder damals zuGunſten des Grafen auf dieſes Recht verzichtet hät-ten. Gerhard Zellen nämlich habe nur gezwungendie Zustimmung erklärt und diese nachher widerru-fen. Darum müsse nicht vom Grafen Virmond, son-dern von der vinhoven'schen Familie der Rektor er-nannt und dem Erzbischofe vorgeschlagen werden,Der liedbergische Amtsverwalter Vasmer unterstütztedie Kläger sogar mit Gewalt, die er gegen die vomRektor als Pächter angenommenen Bewohner desWiedenhofes in Anwendung brachte, indem er sie ausdem Hofe vertreiben ließ. Das churfürstliche Gerichtverwarf aber den letzten Theil der Klage als unbe-gründet, und erkannte, daß dem Grafen Virmond dasPatronatrecht rechtmäßig und gültig übertragen sei;denn Graf Virmond war schon 1744 gestorben; dieKlage aber erst 1752 vorgebracht, während schon1707 das Patronatrecht abgegeben war, und zwar,wie Vinhoven in seinem Testamente es nöthigenfallsgewünſcht hatte, an den Beſitzer der Hülsdonk, wel-ches damals Graf Virmond war. Dem Amtsver-walter Vasmer von Liedberg wurde ein ernstlicherVerweis gegeben, daß er gegen den Rektor und dierechtmäßigen Bewohner und Pächter des Wiedenhofeseigenmächtig und gewaltsam verfahren war, und zu-gleich wurde er verurtheilt, den Schaden zu ersetzenund die Gerichtskosten zu zahlen. 1753.