43.und Gottergebung zu ertragen. Wünscht er nun vonGott aus solchen Bedrängnissen errettet zu werden,so muß er vorerst reumüthig zu Gott sich wendenund vor allem sein Seelenheil in Ordnung bringen,denn sonst kann und wird ihm das Gebet um einirdisches Gut nicht viel helfen. Und es wäre gewißzu wünſchen, daß die Menſchen die Mühe, die ſiesich um Befreiung von zeitlichen Uebeln geben, daraufverwendeten, daß sie vorerst von dem viel schlimmerenUebel der Sünde befreit würden. — Da es nun auchmanche Christen gibt, die in guter Absicht, aus reu-müthigem Herzen Wallfahrten machen, theils zur Bußefür ihre Sünden, oder um die Gnade der Bekehrungund Beharrlichkeit zu erflehen oder aus anderen from-men Abſichten in Bezug auf ihr Seelenheil, theilsauch in frommer Gesinnung mit Vertrauen um einzeitliches Gut, Wiedererlangung der Geſundheit unddergleichen beten, so ist es auch erklärlich, daß Gottin Seiner Barmherzigkeit bei solchen Gelegenheitenselbst auf wunderbare Weise manchmal plötzlich ge-holfen hat. Wenn man auch nicht gar zu leichtgläu-big zu sein braucht in Bezug auf etwa vorkommendeErzählungen von etwaigen Wundern, so muß mansich doch noch mehr hüten vor derjenigen Klasse vonMenschen, die eine gar zu große Furcht vor Wun-dern haben, die nicht mehr daran glauben wollen undgern alle Erzählungen von Wundern sogleich alsAberglauben bezeichnen und von sich weisen. DennGottes Arm ist unverkürzt und Er kann jetzt ebensogut Wunder wirken, als früher, wenn Er auch beider Einführung des Christenthums zur BestätigungSeiner heiligen Lehre viel reichlicher Wunder gewirkthat, als jetzt, wo das Christenthum schon verbreitetund angenommen ist. Gott belohnt auch jetzt nochmanchmal das fromme kindliche Vertrauen zu Ihmauf wunderbare Weise.
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