242—.—und unfehlbar geheilt. Auch kann und darf mannicht sagen, daß Gott nur an diesem oder jenem OrteWunder wirke, und daß man nur geheilt werde könne,wenn man solche bestimmte Orte besucht. Gott istvielmehr überall gegenwärtig als allmächtiger undbarmherziger Gott; doch hat es Ihm gefallen, aneinzelnen Orten auf die Gebete frommer Christen undauf die Fürbitte Seiner Heiligen viele Wunder zuwirken, an dem einen Orte mehr, als an anderen.Er ertheilt Seine Wohlthaten wo und wann es Ihmgefällt; nicht als wenn diesem oder jenem Orte oderdem dort befindlichen Bilde eine Wunderkraft inne-wohnte.A.Es ist ferner unrecht und manchmal vermessent-lich gehandelt, wenn Manche bei jedem sogar gering-fügigen Leiden von Gott durch ein Wunder davonbefreit werden wollen. Es ist etwas anders, wennman, wie jeder gute Christ thut, bei vorkommendenKrankheiten und Unglücksfällen sogleich seine Zufluchtzu Gott und den Heiligen nimmt und mit Anwen-dung der nöthigen Mittel doch sein Hauptvertrauenauf Gott setzt, der allein helfen kann und gern hilft.Das ist ganz in der Ordnung und so soll es Jedermachen. Aber bei vorkommenden Unfällen und Krank-heiten soll der Christ auch noch etwas Anderes wohlbedenken, nämlich: Wir können und sollen hier aufErden nicht von jedem Uebel befreit bleiben, und Gottschickt Krankheiten und dergl. aus weisen Absichten,manchmal um die Menschen zur Buße und Bekehrungzu bewegen, manchmal zur Strafe oder Abbüßung,manchmal um uns vor ſchlimmeren Uebeln zu bewah-ren oder um uns Gelegenheit zu himmlischem Ver-dienst zu geben und uns in der Tugend zu üben.Die erste Pflicht des Christen ist es nun, in solchenVorkommnissen die Vorsehung, die Schickung oderZulassung Gottes zu erkennen und sie mit Geduld
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