25.ben. Wir theilen aus diesem interessanten Akten-ſtücke, welches ſich im Kirchen⸗Archive zu Neerſen be-findet, Folgendes wörtlich mit:„Im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit Gottes des Vat-ters, des Sohnes und des hl. Geistes. Amen.Bekenne ich Gerhard, Vinhoven nachgenannt, und thueKund in Krafft dieses libellirten Briefes meines letzten Willensfür Jedermeniglich; demnach beide, Welt= und geistliche Rech-ten einem jeden Menschen gestatten testamentum und anderezulässige Dispositiones zu machen, welcher Gestalt mit einesJeden Verlassenschaft nach seinem zeitlichen Ableben gehandeltwerden solle; als (also) habe ich in christlicher Betrachtungdieses zergänglichen Lebens, in welchem allen Menschen einmalzu sterben für gewiß aufgesetzt, wiewol die eigentliche Stundgar ungewiß ist, zur Verhütung allerley Unfriedens und recht-lichen Zankes zwischen den Erben, Freunden und welche son-sten deßwegen interessirt wären, aus ganz frey wohlbedachtemMuht, diß mein nachfolgendes Testament, zu latein solemnein scriptis genannt, aufrichten und machen wollen; Warzumich neben anderen Ursachen, als hohen Alters und dergleichenmehr, auch sonderlich bewogen hat der hocherleuchte ProphetIsaias mit seinem ganz geistreichen Spruch, da er sagt: Dis-pone domui tuae etc. Mache deine Rechnung, dan du wirststerben und nicht leben. — In dem Ansehen dan habe ich heutdato Anno Ein tausent sechshundert siebenzig den zwölftenJuny dieses mein Testament in Allerbester Form Maß undGestalt, solches vermöge der Rechten im Stift Cöllen am al-lerkräftigsten sein soll, kann oder mag, erstlich aufgerichtet unddann ebenmeßig widerholt und nachmahlen, wie beisteht, alsobekreftiget; und wan schon aus Mangel der Solemniteten daßnicht als ein zierliches Testament bestendig sein solle, so willich gleichwoll, daß selbiges Kraft habe wie ein Codicill oderdonation inter vivos, sive causa mortis, vale atque omni me-*) Einige ungewöhnliche Wörter haben wir in Klammern daneben erklärt.
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