6solchergestalt Caplan, Beichtvater und Prediger gewe-sen ist und sich sehr viel Mühe dabei gegeben hat,auch jene ganze Zeit, wie es sich für einen rechtschaf-fenen und ehrenwerthen Priester ziemt, sich immergut, ehrbar und muſterhaft benommen hat, wie essein Stand erfordert; da er jetzt aber in dieser heil.Jubiläumszeit Andachtshalber von Neuem nach Rom,Jeruſalem und zum h. Jakobus in Gallizien zu wall-fahrten beabsichtigt; so habe ich ihn keineswegs vonseinem so heiligen und erwünschten Vorhaben abhalten,sondern vielmehr verdienter Weise von jetzt an bis zuſeiner Rückkehr von ſeinen mir ſonſt ſchuldigen Amts-pflichten beurlauben wollen; und daher habe ich ge-glaubt, denſelben allen Denjenigen, zu welchen er ausgenannter Ursache kommen oder vorüberreisen wird,aufs innigste und so gut ich konnte, bestens empfeh-len zu müssen; indem ich sie zugleich beschwöre, nachEinsicht dessen, was vorhergesagt ist, und weil er sichso gut und lobenswerth bei mir die ganze Zeit ge-führt hat, in meinem Namen ihn und die Seinigenmit seinen Effekten so freundlich wie möglich aufzu-nehmen und alle Zeichen der Liebe und des Wohl-wollens ihm zu erweisen, und auch mit freier Beher-bergung, Aufwartung und anständiger Behandlungihm zuvorzukommen; wogegen ich hinwiederum ver-spreche, daß ich ihnen bei jeder kommenden Gelegen-heit zugethan und zu Gegendiensten bereit sein werde.Zum Zeichen der Wahrheit habe ich diesen offenenBrief mit meinem gewöhnlichen Siegel versehen undeigenhändig unterschrieben.(L. S.) Gezeichnet Benateks 1650.Johann von Werth.Der Geleitsbrief, den Ferdinand III. dem PriesterGerhard Vinhoven für seine Reise ausgestellt hat,lautet in der Uebersetzung folgendermaßen:
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten