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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 121

Verbrennung von Holz, Torf oder Steinkohlen in reichlichemMaasse entwickelt wird, eine Hauptrolle. Bekanntlich beob-achtet man die Erscheinung am häufigsten in Küchen, wodas Feuer offen auf dem Herde brennt, über welchem sicheine Feuerkutte befindet, die in den Kamin übergeht. Häu-figer tritt es ein, wenn zur fraglichen Zeit ein Feuer ebenfrisch angezündet wird, als wenn dasselbe schon einige Stun-den gebrannt hat, obwohl auch das nicht in allen Fällendavor schützt, dass der Zug in solchen Kaminen still stehtoder selbst verkehrt wird, sobald die Sonnenstrahlen bis zueiner gewissen Tiefe hineinscheinen. Wenn man nur Holz-kohlen oder Coaks brennt, welche bei der Verbrennung keinWasser liefern, tritt nach meiner Erfahrung unter sonst glei-chen Umständen die Erscheinung nicht ein.

Geht man nun zur genaueren Betrachtung der Frage über,welche Kraft man verwenden soll, wenn es sich um einekünstliche Ventilation handelt, so kann man drei Motorennamhaft machen, welche bisher zur Anwendung gekommensind: 1) die Bewegung der freien Atmosphäre für sich, undderen Temperaturdifferenz mit der Luft der Wohnräume,2) Zugkamine, 8) mechanische Kraft, welche eine Maschinebewegt, um einen Luftstrom in das Gebäude hinein oder hin-auszutreiben.

Was den ersten Motor anlangt, so brauche ich darüberkein Wort zu verlieren, dass er unregelmässig und zufälligwirken muss, dass man ihn unbedenklich verwerfen muss,wo man eine quantitativ bestimmte Leistung nothwendig hat.Da das Luftquantum, welches die Lungen der Menschen be-dürfen, nicht bald viel und bald wenig, sondern nahezu stetsgleich gross ist, so können wir diesen Vorrichtungen, welchedarauf gegründet sind, keinen höheren Werth beimessen,als der freiwilligen Ventilation für sich. So halte ich dieVentilation des allgemeinen Krankenhauses und des neuenGebärhauses in München, welche auf dieses Princip gegründet