von Dr. Max Pettenkof ei\ 103
Feuchtigkeit mitzutheilen, welche sie von unserem Körperaufgenommen und aufgespeichert haben, und welche ohnesie nutzlos in die Atmosphäre entweichen würden. Man hatüber das Warmhalten unserer Kleidungsstücke fast durch-weg irrige Vorstellungen, indem man glaubt, es könnten inden Maschen der Gewebe ruhende Luftschichten bestehen.Ich werde bei einer andern Gelegenheit durch Versuche dar-thun, dass eine solche Meinung ganz grundlos ist, und dassdie Fähigkeit unserer Kleidungsstoffe, warm zuhalten, nichtim mindeste;} mit dem Widerstände, den sie dem Durchgangder Luft entgegensetzen, proportional geht, sondern dasssehr häufig gerade das umgekehrte Verhältniss stattfindet.
Ich bin weit entfernt, das Verhalten der Baumaterialienzur Luft durch meine Versuche bereits für erledigt zu halten— ich betrachte sie nur als einen Anfang zu einer gründ-lichen Lösung dieser wichtigen Frage. Ich habe mich vor-läufig nur mit dem Verhalten der Ziegelwände beschäftigt,und kann nicht voraussagen, wie sich diese Verhältnisse inHäusern aus Bruchsteinen oder Sandstein gestalten werden.Durch meine Untersuchung aber über die Abnahme desKohlensäuregehaltes in geschlossenen Zimmern innerhalbbestimmter Zeiträume glaube ich für diese Forschungeneinen richtigen und bequemen Weg angebahnt zu haben.
Diese Versuche gestatten auch, endlich davon zu spre-chen, um wie viel wir den Strom der freien Atmosphäreverlangsamen, wenn wir sie in einem Hause einschliessen.Es wird das in verschiedenen einzelnen Fällen verschiedenseyn, und ich wähle bloss als Anhaltspunkt das Zimmer,in dem ich die Versuche über die Abnahme der Kohlensäuregemacht habe. Die • gegen das Freie stehende Wand hatsammt dem Fenster circa 225 Quadratfuss. Nimmt man an,dass der beobachtete Luftwechsel wesentlich auf dieser Flächevor sich gegangen, und fragt man sich, wie viel auf dieserFläche in der freien Luft bei deren mittlerer Geschwindigkeit