von -Dr. Max Pettenkofer. 101
befestigt man am.Rohre derjenigen Fläche, auf die man blasenwill, einen langen Kautschukschlauch, begibt sich dann mitdemselben auf die andere Seite der Wand, und hält eine bren-nende Kerze vor die Oeffnung des Rohrs. Bläst man nun mitnur geringer Kraft in den Kautschukschlauch, so dringt dieLuft durch den ganzen Mauerkörper durch und sammelt sichim Rohre, vor dessen Mündung das Licht brennt, zu einemnahezu eben so lebhaften Strome, als er auf der andernSeite der Mauer erregt wurde. Seine Stärke ist in der Regelhinreichend, um mit Leichtigkeit das Licht auszublasen.
Bei diesen Versuchen habe ich mich auch sehr zu über-zeugen Gelegenheit gehabt, wie schwer es ist, grössere Flä-chen Mauerwerk so zu überziehen, dass sie luftdicht sind.Ich habe die Dichtigkeit des Verschlusses meines Mauerap-parates mehrmals untersucht, indem ich die Mengen Luftgemessen habe, welche auf der einen Seite hineingetriebenwurden, und welche auf der andern wieder zum Vorscheinekamen. Wenn es mir gelungen wäre, jede seitliche Ent-weichung der Luft zu verhindern, so musste jenseits derMauer so viel Luft aus dem Rohre austreten, als ich dies-seits eintreten Hess. Nachdem ich alle Fugen und Flächenauf das sorgfältigste mit der Wachsmasse in sichtbarer Dickeüberstrichen und verklebt hatte, erlitt das Volumen der Luftdoch die bedeutendsten Verluste während des Durchgangsdurch den ganzen Apparat, Er betrug durchschnittlich 40Procent, und oft viel mehr als die Hälfte. Die Messunggeschah auf folgende Weise: Ein kleiner Gasbehälter, circal'/ 2 Cubikfuss haltend, mit einer im Wasser schwimmendenkupfernen Glocke (mithin ähnlich wie die grossen Gasbe-hälter in den Gasanstalten), wurde ganz aufgezogen, unddann mit einer genauen Gasuhr verbunden entleert. Mansah nun auf die einfachste Weise durch Ablesung des Gas-zählers, wie viel Cubikfuss eine Entleerung des Gasometersbetrug. Verband man nun den Gasbehälter mit der einen