42 Ueber die Ven tilations- Apparate
Vom 13. Mai bis 5. Juni machte Herr Feichtinger 108Beobachtungen über das Zuströmen der frischen Luft und108 Beobachtungen über das Abströmen der sogenanntenverdorbenen Luft. Das Resultat ähnelt dem vom Gebär-hause, mit dem Unterschiede, dass das Zuströmen der fri-schen Luft etwas constanter war, als im Gebärhause, hin-gegen das Abströmen der verdorbenen Luft viel unvollkom-mener sich erwies. Ich umgehe es, die Resultate im Ein-zelnen aufzuführen, da man einwenden kann, es sey dieZeit nicht mehr geeignet gewesen, ein Ventilationssystem zuprüfen, dessen Princip theilweise auf einer grösseren Differenzder Temperatur der freien Luft und der Säle gegründet war,denn es war die ganze Zeit über sehr warme Witterung, sodass am 22. Mai Nachmittags 3 Uhr bereits eine Temperaturvon 22° R. im Freien war und man die Fenster offen habenkonnte. Ich beschloss desshalb, die kältere Jahreszeit ab-zuwarten, und hoffte bis dahin auch im Besitze der Ane-mometer, welche ich bei Mechanikus Neumann in Parisbestellt hatte, zu seyn, um die Versuche über die Bewegungder Luft auch gleich quantitativ ausführen zu können.
Als ich am 10. November in den Besitz zweier Ane-mometer von Neumann endlich gelangte, begann ich am16. November meine Untersuchungen. Diese Anemometersind höchst empfindliche Windflügel, deren Umdrehungendurch ein Uhrwerk gezählt werden. Um.aus der Zahl derUmdrehungen auf die wirkliche Geschwindigkeit des siebewegenden Windes schliessen zu können, wird jedes In-strument dadurch titrirt, dass man es mit bekannter Ge-schwindigkeit in einer ruhigen Luft bewegt, und dadurch dieTrägheit der Windflügel und den Widerstand des Uhrwerkesermittelt. Nach diesen Untersuchungen wird jedes Instrumentmit einer Formel versehen, woraus die Geschwindigkeit be-rechnet werden kann. Das eine Instrument Nr. 145 hat dieFormel V = 0,130 m -j- 0,090m x n.